Wie baue ich einen Computer?

Wer einen Computer nach eigenen Ansprüchen haben möchte, kann sich einen solchen am besten gleich selbst zusammenbauen, denn das ist wirklich nicht schwer, wenn man nur ein klein Wenig Interesse an Technik hat.

Bevor ich mit dem Thema beginne möchte ich zuerst zusammenfassen, worum es in diesem Blog geht. Ich möchte über folgende Punkte aufklären:

  • Verschiedene Computer
  • Wozu brauche ich einen Computer?
  • Die Komponenten des Computers
  • Der selbstgebaute Computer im Überblick
    • Die Komponenten
    • Videotutorial
    • Leistungstest am eigenen Produkt
  • Fazit

Wozu werden Computer verwendet?

Heutzutage finden sich die Anwendungen des Computers in allen Bereichen unseres Lebens. Sei es im beruflichen Alltag, in der Freizeit oder selbst bei der NASA, überall ist der Einsatz von Computern nicht mehr wegzudenken, gar  unabdingbar.

Je nach Gebrauch werden unterschiedliche Anforderungen an den benötigten Rechner gestellt, welche sich grob in drei Gruppen unterteilen lassen.

Die wohl am meisten verbreitete Variante ist der Personal Computer, kurz PC, oder auch bekannt als Desktop Computer. Der Begriff PC deckt eine riesige Bandbreite von verschieden Anwendungszwecken ab. Diese reichen von einfachen Office Rechnern bis hin zu HighEnd Gaming Maschinen. Hier liegen die Preise genauso weit auseinander wie die Anwendungszwecke. Während man einfache PCs schon für wenige 100 Euro erhält, kann man bei Gaming PCs schon mehrere 1000 Euros investieren.

Eine ebenso weit verbreitete Form des PCs ist der Mobile Computer, auch bekannt als Laptop oder Tablet. Wie schon der Name verrät, zeichnen sich diese Geräte durch ihre nahezu  unbegrenzte Mobilität aus und können von ihrem Nutzer ortsunabhängig eingesetzt werden. Wie PCs werden sie hauptsächlich für Schreibarbeiten oder Multimedia genutzt.

Im Gegensatz zu Desktop Computern haben sie aufgrund ihrer Mobilität meist eine begrenzte Leistung. Die Preise reichen auch hier für einfache Büroanwendungen von wenigen 100 Euro bis zu mehreren 1000 Euro für professionelle Geräte. Gerade wer viel geschäftlich unterwegs arbeitet, leistet sich ein hochwertiges Notebook.

Hat man häufig mit Bild- oder Videobearbeitung zu tun, setzt man auf eine Workstation. Das ist nichts anderes als ein PC, jedoch spezialisiert auf mehr Rechen- oder Grafikleistung, die bei professioneller Anwendung notwendig ist. Wer solch ein Gerät braucht, investiert nicht selten mehrere 1000 Euro.

Abgesehen von oben erwähnten Arten von Computern gibt es natürlich noch viele weitere mit speziellen Nutzungsmöglichkeiten, die hier nicht in den Rahmen passen. Beispielsweise Server großer Unternehmen oder Universitäten, die den Datenverkehr vieler Mitarbeiter verarbeiten müssen. Stellt man sich ein Datenaufkommen wie das der Raumfahrtorganisation NASA vor, ist offensichtlich, dass man hier nicht mehr von handelsüblichen Computern spricht.

Wozu brauche ich einen Computer?

Diese Frage sollte man sich zuerst stellen, wenn man sich einen Rechner anschaffen möchte, denn je nach Einsatzgebiet lassen sich die Komponenten anpassen. Das ist mit der wichtigste Part beim Computerkauf. Auf diese Frage läuft nämlich die Auswahl der Komponenten zurück. Je nachdem für welchen Zweck ich den Computer benutzen möchte, muss man mehr oder weniger große Änderungen vornehmen. Man sollte sich Gedanken machen, welche Anwendungen bzw. Spiele der Rechner können soll. Vergleicht man einen Gaming-PC mit einem Office Rechner, endet das in einer komplett unterschiedlichen Komponentenwahl. Auch der Preis spielt eine Rolle: Wie viel will ich ausgeben? Was bekomme ich für mein Geld? Und wo kann ich sparen? Wenn man sich sicher ist was für ein PC es werden soll, kann man sich an Komponentenauswahl machen. Hier findet man genügend Hilfestellungen im Internet. Natürlich hat man bei einem selbst zusammengestellten PC wesentlich mehr Auswahl als bei einem Laptop oder Tablet.

Seinen PC selbst zusammenzubauen, spart ungemein viel Geld im Vergleich zu einem ,,Fertig-PC“ von ,,beliebiger Technikmarke“. Meist kann man dabei auch noch viel hochwertigere Komponenten, für oft weniger Geld als bei einem fertigen Rechner, einsetzen.

Die Komponenten im Überblick

Wie schon von den vorherigen Kapiteln dargestellt besteht ein Computer aus einer Reihe notwendiger Komponenten. Die wichtigsten Teile und deren Funktion werde ich in diesem Abschnitt erläutern. Wer die vorgestellten Komponenten in ihrer technischen Funktion verstehen möchte, kann sich gerne die gut erklärten Videos vom Youtube Kanal brainfaqk anschauen. Die Videos passend zum Thema sind hinter dem jeweiligen Abschnitt zu finden. Hier findet ihr eine vollständige Playlist zum Computer.

Das Mainboard

Das Mainboard, auch ,,Motherboard“ genannt, ist der Kern eines jeden Computers. Es ist die Hauptplatine, die alle anderen Komponenten miteinander verbindet. Je nach Gehäuse braucht man einen anderen Formfaktor, damit das Mainboard installiert werden kann. Die am häufigsten verwendeten Formfaktoren sind ATX und mATX. Größer sind nur Server oder Workstation Mainboards. Wer einen kleineren Rechner bauen will, hat hier mehr Auswahl, da es noch einige kleinere Formfaktoren gibt (Mini-ITX, Nano-ITX, Pico-ITX). Die Preise reichen von günstigen 30 Euro bis zu mehreren 100 Euro, je nach Funktion und Anwendung. Wer noch mehr darüber erfahren will kann gerne in diesem Artikel selbst nachlesen. 
Wie funktioniert ein Mainboard?

Der Prozessor

Bei dem Prozessor handelt es sich um das Herzstück des Computers, er sorgt erst dafür, dass der PC funktioniert. Die größten Hersteller sind AMD und Intel, das heißt, in fast jedem Rechner steckt ein Kern dieser Firmen. Bei dem Prozessor, auch CPU (Computer Processing Unit) genannt, muss man auf einiges achten, denn wie auch der fertige PC selbst, gibt es für jegliche Anwendungen andere CPUs. Diese haben auch unterschiedliche Sockel, also muss man immer dafür sorgen, dass das gewählte Mainboard den Sockel für die gewünschte CPU unterstützt. Da ein Prozessor Strom zum laufen braucht, (Wer hätte es gedacht?) entsteht natürlich auch einiges an Abwärme. Um diese muss man sich mit einer ausreichenden Kühlung kümmern. Man könnte noch viel mehr dazu erklären, das ist aber nicht Thema dieses Blogs. Je nach Ausstattung zahlt man hier ab 50€ für Einsteiger bis zu mehreren tausend Euro für professionelle Nutzung. Wer mehr nachlesen möchte findet hier einen interessanten Artikel. 

Wie funktioniert ein Prozessor?


Der Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher oder auch RAM (Random-Access Memory) genannt ist der Hauptspeicher des Computers. Egal welche Anwendung man startet, sie wird zuerst in den Arbeitsspeicher geladen, da dieser deutlich schneller ist, als Festplatten und Co. So wird dem Programm ermöglicht flüssig zu laufen. Wenn ein Computer sehr langsam ist, liegt das meistens am RAM, denn wenn davon nicht genug vorhanden ist, müssen Daten auf die wesentlich langsamere Festplatte ausgelagert werden, was den Arbeitsfluss extrem ausbremst. Um dem vorzusorgen sollte man genug Arbeitsspeicher für die geplanten Anwendungen installieren, wie zum Beispiel Videospiele oder Bildbearbeitung. Der Preis hängt davon ab, wie viele Module man installiert. Man zahlt hier etwa 30€ für 8GB RAM. Mehr nachlesen kann man hier.

Wie funktioniert der Arbeitsspeicher?

Die Grafikkarte

Jedes gute System hat eine Grafikkarte. Sie ist für die Ausgabe des Videosignals zuständig. Bei einigen Rechnern ist schon in der CPU oder auf dem Mainboard eine Art  verbaut. Diese ist jedoch nicht so leistungsfähig wie eine dezidierte Grafikkarte. Der Kern jeder Grafikkarte, die GPU (Graphics Processing Unit), funktioniert wie ein Prozessor, ist aber nur für die Bildausgabe zuständig. Ähnlich wie der Arbeitsspeicher, hat die Grafikkarte ihren eigenen sehr schnellen Speicher, nur werden hier nicht Programme, sondern ausschließlich Bilddaten geladen. Je nachdem welches Ziel man mit seinem PC anstrebt, muss man sich entscheiden, wie Leistungsstark die Grafikkarte sein soll. Darum braucht ein „Büro Rechner“ weit weniger Grafikleistung als ein Gaming PC oder eine Workstation für Video oder Bildbearbeitung. Falls man solche Leistung benötigt, kann man auch auf mehrere Grafikkarten zurückgreifen. Dann braucht man ein kompatibles Mainboard. Einsteigermodelle sind schon für knapp über 100€ erhältlich. Wer aber mehr Grafikleistung möchte, zahlt oft über 200€, während die aktuellen Topmodelle bei über 1000€ liegen. Mehr Informationen kann man hier finden. 

Wie funktioniert eine Grafikkarte?

Die Festplatte

Damit der PC überhaupt läuft, braucht man eine Speichermöglichkeit, auf der man sein Betriebssystem installieren kann. Hierfür gibt es mehrere Arten von Speichermöglichkeiten. Am meisten verbreitet sind übliche Festplatten (HDD) und auch die wesentlich schnelleren SSDs. Eine normale HDD funktioniert mechanisch mit Magnetscheiben und Lesekopf. Darum ist diese Methode wesentlich langsamer als SSDs. HDDs sind gut für viel Speicherplatz, da sie im Vergleich zu anderen Möglichkeiten am günstigsten sind. Eine SSD funktioniert ohne mechanischen Teile. Darum wird ihre enorme Geschwindigkeit hauptsächlich für das Betriebssystem und Programme genutzt, da man diese möglichst schnell starten möchte. Wenn man beispielsweise einen Gaming-PC baut, braucht man viel Speicher für die Spiele, will  man aber trotzdem einen schnellen PC, darum setzt man einfach beide Speichermöglichkeiten ein. HDDs kann man recht günstig kaufen. Für 1000GB zahlt man knapp 40€. SSDs sind etwas teurer. Man bekommt für 40€ etwa 128GB was für die meisten auf jeden Fall ausreicht.

Wie funktioniert eine Festplatte? Wie funktioniert eine SSD?

 

 

Das Netzteil

Damit das ganze System ausreichend mit Strom versorgt wird, braucht, man ein Netzteil, kurz PSU (Power Supply Unit). Bevor man sich für ein Netzteil entscheidet, muss zuerst überlegt werden, wie viel Leistung der PC benötigen wird. je nach Grafikkarten und anderer angeschlossener Hardware braucht das Netzteil entsprechend Leistung. Wenn man sich Luft für späteres Aufrüsten lassen will, setzt man auf ein Netzteil mit mehreren Anschlüssen und höherer Leistung als man im Moment braucht. Der Preis hängt stark von der Leistung ab, günstige Hersteller verlangen weniger als 50€, während man bei besseren Marken auch über 100€ zahlen muss. Hier findet ihr einen interessanten Ratgeber für die Netzteilwahl. 

Wie funktioniert ein Netzteil?

 

Der selbstgebaute Computer im Überblick

Da man jetzt Bescheid wissen sollte, was zu einem Computer alles dazugehört, kommt jetzt der Teil zu dem PC, den ich im Zusammenhang mit diesem Thema zusammengestellt und zusammengebaut habe. Im folgenden Teil werde ich die Auswahl der Komponenten erläutern, zeigen wie man sie zusammenbaut und am Ende den Computer testen.

Die Komponenten

Da es sich bei diesem PC um einen Gaming Computer handelt, sind die Teile passend für ein Budget von 700€ ausgewählt und für die beste Leistung optimiert. Alle Komponenten sind mit einem Online Versand verlinkt. Wer mehr über die einzelnen Komponenten und den Preis herausfinden will, kann diese Links besuchen. Als Prozessor kommt ein i5 4690K von Intel zum Einsatz. Das ,,K“ am Ende bedeutet, dass der Prozessor übertaktet werden kann, was sicherstellt, dass er auch in Zukunft genügend Leistung bringen wird. Damit der Prozessor auch beim Übertakten ausreichend gekühlt wird, wird ein Towerkühler von Titan montiert. Passend dazu benötigt man natürlich auch ein Mainboard, das das Übertakten ermöglicht. Hierzu habe ich ein ASRock Z87 Mainboard eingesetzt. Außer dem ,,K-Prozessor“ bietet es Unterstützung für mehrere Grafikkarten, worauf man in Zukunft zurückgreifen kann. Dem ganzen System werden 8GB RAM von Crucial bereitgestellt, das garantiert eine flüssige Erfahrung im Betrieb und beim Spielen. Für ordentliche Leistung bei Spielen und grafiklastigen Programmen wurde eine GTX 960 von Nvidia verbaut. Der Kühler von Gigabyte sorgt für einen leisen und kühlen Betrieb. Genügend Strom erhält der Computer von einem 500 Watt Netzteil des Herstellers ,,be quiet!“. Dieses Netzteil bietet genug Leistung um auch eine zukünftige Grafikkarte ausreichend mit Strom versorgen zu können. Das Betriebssystem wird auf einer 120GB SSD von Kingston installiert. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Festplatte verringert es die Startzeiten enorm. Als Betriebssystem wird hier Windows 7, was schon vorhanden war, installiert. Wer ein Betriebssystem neu kauft, bekommt dies für rund 100 Euro. Da die SSD relativ wenig Speicherplatz für Spiele und Daten bietet, kommt noch eine 500GB Festplatte von Western Digital dazu. Als Gehäuse kann fast alles benutzt werden. In diesem Fall war schon ein altes Gehäuse vorhanden.

Videotutorial

Hier ist zu begutachten, wie der Computer in einem Zeitraffer entsteht. Gut nachzuvollziehen sind die Abfolge der einzelnen Schritte des Zusammenbaus.

Leistungstest am eigenen Produkt

Um die Leistung eines Computers zu überprüfen werden schon lange Realitätsnahe Tests benutzt. Diese nennt man Benchmarks. Meist simulieren sie ein Szenario bei dem ein bestimmter Teil des Computers, zum Beispiel der Prozessor oder die Grafikkarte, vollständig an die Leistungsgrenze gebracht wird. Da diese Benchmarks bei jedem Computer unterschiedlich ausfallen, kann man mit den Endergebnissen verschiedene Systeme Vergleichen. Im Falle dieses Computers werden Tests zur Performance der CPU und die der Grafikkarte ausgeführt. Für den Prozessor wird ein Programm namens Cinebench verwendet. In diesem Programm berechnet die CPU ein Testbild, was am Ende in einer Punktezahl resultiert. Ich habe diesen Benchmark im Standardtakt und im übertakteten Zustand ausgeführt. Die Ergebnisse kann man in der beiliegenden Grafik vergleichen. Das vollständige Video kann man hier anschauen.

cinebench

Nach dem testen der CPU kommt jetzt der Benchmark, der die Grafikkarte stark beansprucht. Als Benchmark dafür diente der Firestrike von 3DMark.

eigener Screenshot

Aus den Ergebnissen dieses Benchmarks kann man entnehmen, dass sich dieser PC in den oberen 50% der getesteten Computer befindet. Das ist auf jeden Fall ein sehr gutes Ergebnis, wenn man das Preis-Leistung-Verhältnis mit einbezieht.

Fazit

Das Fazit lautet: Wer gerne schraubt, kann auf jeden Fall einen Computer selbst zusammenbauen. Ich persönlich rate dazu.

Wenn man selbst auf der Suche nach einem neuen Computer ist, lohnt es sich, sich Gedanken darüber zu machen, ob man ihn eventuell selbst zusammenstellt und baut. Es ist wirklich nicht schwer, wenn man einer der vielen Anleitungen aus dem Internet folgt. Es ist sogar fast wie Lego zusammen zu bauen. Man spart definitiv viel Geld und bekommt dadurch ein deutlich besseres Preis-Leistung-Verhältnis als bei jedem Anbieter für Fertig-Systeme. Dadurch kann man die Teile genau auf die eigenen Bedürfnisse anpassen und dabei noch Geld sparen.

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