Sabine Strauss

Sabine StraussHallo, ich bin Lehrerin am Gymnasium Neuenbürg, stellvertretende pädagogische Leiterin am Medienzentrum Pforzheim-Enzkreis, SMEPtrainerin und betreue die SMEP-/Medienscout AG seit 2013/14 an unserer Schule & seit dem Schuljahr 2015/16 mit meinem Kollegen Michael Frey auch den Seminarkurs „Digitale Kompetenz“.

Durch meine unterschiedlichen Tätigkeiten setze ich mich fast täglich intensiv mit der Thematik Digitale und Soziale Medien im Kontext Schule auseinander. Während SchülerInnen diese Medien selbstverständlich nutzen, führen Erwachsene noch immer (zu) viele Diskussionen über deren Einsatz in der Schule. Die Gefahren, die Betrugsmöglichkeiten bei Klausuren oder die Zweifel an einem Mehrwert für einen Lernprozess stehen noch immer im Vordergrund.

Bücher wie Manfred Spitzers „Digitale Demenz“ oder  „Die Lüge der digitalen Bildung“ von Gerald Lembke und Ingo Leipner tun ihr übriges, um notwendige Schritte im Schulumfeld zu hemmen. Viele Verunsicherungen führten in der Vergangenheit dazu, dass LehrerInnen, die mit diesen Medien in der Schule arbeiten wollen, sich nicht selten dafür rechtfertigen, gar verteidigen mussten.

Doch das Bewusstsein, sich mit der Thematik als Unterrichtsinhalt auseinandersetzen zu müssen, wächst – denn egal welche Ängste einen bewegen, welche Vorbehalte man gegenüber den digitalen oder den sogenannten Sozialen Medien hegt oder welcher Studie man Glauben schenkt:

Tatsache ist, dass fast alle Erwachsene, ebenso wie die Jugendlichen, digitale Medien nutzen.

Das fängt bei der unsicheren Einrichtung des hauseigenen WLANs an und hört bei der unreflektierten Nutzung von Social Media Tools und der Akzeptanz gegenüber dem Verlust seiner Privatsphäre (im Netz) nicht auf. Die digitale Revolution hat uns längst eingeholt, als gesamtgesellschaftliches Phänomen – unumkehrbar.

Und Schule? Martin Hofmann (2014): Spicken 2.0 (LinkedINSlideShare), veröffentlicht am 28.09.2014, http://de.slideshare.net/Martin67/spicken-20, Zugriff am 02.02.2015.

Wenn wir heute das Smartphone in der Schule verbieten, müssen wir dann morgen unsere SchülerInnen durch einen Ganzkörperscanner schicken, bevor sie die Schule betreten?

Mit jedem Schritt in den Unterricht werden Lehrer mit den aktuellen Entwicklungen, bewusst oder unbewusst, konfrontiert: Ein Schüler versteht die Erklärung einer Mathematikregel nicht? Das Internet hält unzählige Lehrvideos bereit! Ich bin mir bei einer Jahreszahl gerade nicht sicher? Google weiß sie! Schüler Max sitzt schon wieder isoliert am Tisch? Vom Ausschluss und den Beleidigungen im Gruppenchat weiß ich nichts.

Diese Aufzählung ließe sich endlos fortführen.

Doch mit Verboten, Bewahrpädagogik oder im schlimmsten Fall einer fatalen Überreaktion: die der totalen Überwachung, manövrieren wir uns in ein Schulumfeld, das den Blick für adäquates pädagogisches Handeln verliert.

Jöran Muuß-Merholz (2015): Wie wir mit Begeisterung das totalüberwachte Bildungssystem einführen werden (YouTube), veröffentlicht am 10.05.2015, https://www.youtube.com/watch?v=fGMoZXAWBOU, Zugriff am 11.05.2015.

Die Versuche mit der SMEP-AG und der Einführung des Seminarkurses „Digitale Kompetenz“ an unserer Schule kann mit Sicherheit kein Allheilmittel für die Probleme sein, die sich aufgrund der neuen Technologien in und außerhalb der Schule ergeben. Es kann aber für uns den Schritt in die richtige Richtung bedeuten, um Chancen digitaler Medien zu nutzen und vor allem, um mit den Jugendlichen im Gespräch zu bleiben, über eine virtuelle Welt, die sehr real ist.

 

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