Faszination YouTube

In den letzten Wochen haben die SchülerInnen unseres Seminarkurses Web 2.0 Tools und Apps vorgestellt, diese Phase ist nun abgeschlossen. In den nächsten Wochen unterrichten die SchülerInnen in Dreier-Gruppen zu unterschiedlichen (vorgegebenen) Themen, die per Etherpad ausgewählt werden konnten. Dabei sollen u.a. auch die Tools zum Einsatz kommen.

Der Seminarkurs trifft sich im ersten Schulhalbjahr jeden Freitagnachmittag für drei (Schul-)Stunden.
Der Seminarkurs trifft sich im ersten Halbjahr jeden Freitagnachmittag für drei (Schul-)Stunden.

Um den Teilnehmern des Kurs einen Eindruck zu vermitteln, wie ihre Unterrichtsstunden ablaufen könnten und wie wir uns den entsprechenden Beitrag hier im Blog vorstellen, starteten wir mit einer Unterrichtseinheit zum Thema „Faszination YouTube“, die wir hier dokumentieren.

Grundlage unseres Unterrichts war diese Prezi:

Zusätzliche Informationen, die wir ergänzend zu den Folien angesprochen haben, findet man hier.

YouTube fasziniert, auch uns. Deshalb war uns wichtig, die beeindruckenden Aspekte zu Beginn hervorzuheben, und natürlich wollten wir möglichst viel Gelegenheit bieten, Videos auch anzusehen, um darüber reden zu können.

Infografik: Die YouTube-Stars im Juni | StatistaDoch welche Videos auswählen? Sucht man im Netz nach Informationen zu angesagten YouTube-Kanälen, macht sich schnell Ernüchterung breit. Zum einen findet man kaum aussagekräftige, neutrale Übersichten, zum anderen sind glückliche Funde meist veraltet: Außerdem interessierte uns, welche Kanäle/Videos unsere Schülerinnen und Schüler gut finden, und es war uns klar, dass sie die eigentlichen Experten in diesem Bereich sind.

Um der Vielfalt der gängigen YouTube-Kategorien Herr zu werden, verbanden wir die Frage nach den aktuellen Lieblings-YouTubern deshalb mit der Hausaufgabe (per Anleitungsvideo), diese in entsprechende Listen innerhalb des Programms Trello einzufügen:

youtube_ha_edmodo
Reaktionen auf unseren Hausaufgaben-Post in Edmodo (unserer Austauschplattform, die im Aufbau an Facebook angelehnt ist).
Arbeiten mit Trello
Der Kurs während des Unterrichts bei der Arbeit im Trello Board, die Beispiele der Mitschülerinnen und Mitschüler wurden gesichtet und ergänzt.
YouTube Kategorien
Das Board ist öffentlich und kann hier oder über die Prezi eingesehen werden.

Trello Abstimmung

Per Sticker wurde darüber abgestimmt, welche Videos gemeinsam geschaut und besprochen werden.

Kritische Punkte
Das Video, welches die meisten Stimmen bekam, hat uns als Lehrer „kalt erwischt“, da es während des Unterrichts gepostet wurde. Es hat uns in eine lange Diskussion mit den Schülern verwickelt (tatsächlich beteiligten sich unsere Schülerinnen an dieser Diskussion kaum). Wir möchten dieses Video hier nicht verlinken, da es auch, noch während des Unterrichts, von einem Schüler wieder aus dem Board gelöscht wurde.

Der Inhalt des Videos, kurz umrissen: Eine Aneinanderreihung von Originalaufnahmen, die u.a. islamische Rituale zeigen und Filmanimationen, in denen Osama bin Laden mit einer Gang tanzt. Das Ganze in schnellen Schnittfolgen mit einem treibenden Beat hinterlegt und immer wieder mit gewalttätigen Szenen durchmischt, vor allem mit explodierenden Bomben. Zusammen mit rucksack- und turbantragenden Männern, die immer wieder auftauchen, entsteht sofort das stereotype Bild bzw. bereits das Vorurteil des „Bombenlegers muslimischer Herkunft“.

Erstaunt hat uns, dass uns niemand aus dem Kurs diese Botschaft des Videos benennen konnte. Wir fragten zunächst danach, was die Faszination dieses Beitrags ausmacht. Genannt wurde die Musik, dass es gut gemacht und vor allem, dass es witzig sei. Bei der Frage nach den kritischen Punkten zu diesem Video wurden „nur“ die gewaltverherrlichenden Szenen benannt, aber in keinen islamfeindlichen Zusammenhang gestellt.
Der Hinweis darauf brachte allerdings keine Einsicht. Im Ansatz nachvollziehbar war das Argument eines Schülers, der meinte, dass er das Video als Satire betrachtet. Satire hat natürlich nicht den Anspruch „politisch korrekt“ zu sein. Das Problem war und ist für uns allerdings, dass das Video weit über Satire hinaus geht und vielmehr als Hetze verstanden werden muss. So verwundert es auch nicht, dass man es auf extrem islamfeindlichen Seiten im Netz wiederfindet.

Diese lange Diskussion hat uns auch nach dem Unterricht noch beschäftigt. Wir fragten uns, ob sich die Schüler tatsächlich so bedroht fühlen, um so ein Video als Kompensationsgrund anzuführen oder sie zu unreflektiert sind, um zu bemerken, dass sie Vorteile weiter schüren, indem sie es liken und teilen.

Nach dieser unerwarteten Wendung war es zunächst nicht ganz leicht, den Faden, den wir uns zurecht gelegt hatten, wieder aufzunehmen.

Influencer Relations
Wie erwartet war den Schülerinnen und Schülern der Einfluss und der Aspekt der Schleichwerbung am Beispiel des Primark Hauls von Dagi Bee und BibisBeautyPalace relativ schnell klar, da vor allem die Schülerinnen ihrem Alter entsprechend kaum noch zu deren Abonnenten bzw. Fans gehören.
Anders verhielt es sich allerdings, als wir die Influencer Relations von Lets Playern ansprachen. Ein mögliche kommerzielle Verbindung zwischen den Spieleherstellern und den kommentierenden YouTubern wurde hier, vor allem von den Schülern, kategorisch ausgeschlossen. Alleine die Versicherung des kommentierenden Players, dass eine solche nicht bestünde, reichte dabei als Argument aus, da die Glaubwürdigkeit offensichtlich uneingeschränkt akzeptiert wird. Mit Vehemenz verteidigten die Schüler die LetsPlayer gegenüber unseren Vorbehalten.
Ursache mag ein hoher zeitlicher Konsum und der damit verbundene Aufbau eines enormen Vertrauensverhältnisses sein. Auch ein Hinweis darauf, dass bei Productplacement nicht alle Vergütungen anzugeben sind, führte zu keiner kritischeren Einstellung.

Content Marketing

Wie bei den Influencer Relations  ist auch hier das Ziel, Werbung so zu gestalten, dass sie nicht oder nicht sofort als Werbung erkannt wird. Als perfektes Beispiel dient hier das Video FIRST KISS von Wren (Modemarke) mit inzwischen 118 Millionen Klicks. Die von Wren initierte virale Spirale (Verbreitung über weitere soziale Netzwerke), die gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Videos in YouTube gestartet wurde, führte zu einer Erhöhung des Absatzes der Kleidung von Wren um 140%.

Frage einer Schülerin: „Wenn man doch gar nicht merkt, dass es Werbung ist, warum ist es dann Werbung“?
In dieser Diskussion wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler dachten, von solchen Videos nicht beeinflussbar zu sein. Sie waren sich nicht darüber klar, dass bei der entsprechenden Reichweite und der Verbreitung über alle sozialen Kanäle Auswirkungen auf das Kaufverhalten stattfinden. Sei es direkt oder indirekt über die entstandene Kritik, da das Video am Anfang (wie beabsichtigt) nicht als Werbung wahrgenommen und später entlarvt wurde.
Unter Umständen wäre hier ein Vergleich mit dem Fitnesshype innerhalb der Schülerschaft angebracht gewesen, der durch die sozialen Netzwerke ausgelöst bzw. beeinflusst und unterstützt wird. Einhergehend mit der Vermarktung und dem Verkauf zugehöriger Produkte.

Mannequin Challenge

Als Abschluss unserer Unterrichtsstunden hatten wir drei Mannequin Challenges geplant, eine Idee, die bei den Schülerinnen und Schülern sehr großen Anklang fand. Diese Challenges sollten mit Hilfe eines kleinen Drehbuchs in Trello organisiert werden.
Aus Zeitgründen erfolgte über Trello allerdings nur noch die Verteilung des Kurses auf drei verschiedene YouTube-Kategorien. Diese wurden in einer gemeinsam aufgenommenen Challenge umgesetzt. Was wir im Nachblick sogar besser finden.

Beim Veröffentlichen unseres Videos in YouTube verwendeten wir den „zugehörigen“ Musiktitel der BlackBeatles, was seit 1. November 2016 aufgrund der neuen Nutzungsbedingungen möglich ist
(siehe auch Artikel des LMZ: „Einigung zwischen YouTube und der Gema – freie Bahn für die Videoproduktion?“). Das bedeutet allerdings auch, dass das Video monetarisiert und Werbung eingeblendet wird, wenn die rechtlich eingeforderten Angaben über die verwendete Musik im Beschreibungstext verlinkt werden.
Da diese Werbung über Flash abgespielt wird, kann das Video nicht auf Smartphones oder Tablets angesehen werden, da deren handelsüblich installierte Browser Flash nicht unterstützen.

Fazit
YouTube ist eine große, spannende, lehrreiche, spaßige, mitunter aber auch erschreckende Welt. Das Eintauchen in diese Welt gibt es allerdings nicht umsonst.
Es erfordert die Kompetenz des Nutzers, reflektiert mit auftauchenden Einflüssen umzugehen, um sich eine gesunde Distanz, Mündigkeit und Individualität zu bewahren.


Quellen
Zur grundlegenden Vorbereitung unseres Unterrichts nutzten wir folgende Quellen:

Direkt zitierte Aussagen bzw. weitere Quellen sind in unserer Prezi und im erläuternden Google Doc angegeben.

Michael Frey & Sabine Strauß

18 Gedanken zu „Faszination YouTube“

  1. Zu Beginn meines Kommentars möchte ich darauf hinweisen, dass zwei Rechtschreibfehler existieren!!! 😀
    ( Bei Trello: eingesehen-> ANgesehen; bei Influencer Relations: ein-> einE …kann aber auch sein, dass diese Fehler nur mir falsch vorkommen.)

    Nun zu den positiven Aspekten:
    Der Aufbau gefällt mir sehr, da Bilder, Videos und Links eingebaut sind.
    Mithilfe Ihrer Prezi kann man den ganzen Unterricht erneut durchgehen.
    Außerdem finde ich es sehr interessant, dass Sie die Diskussionen, welche es während bzw. innerhalb des Unterrichts gab, ausführlich erläutert haben. Dadurch erinnert man sich selbst daran und kann sich seine eigene Meinung (bezüglich diesem Thema) nochmal durch den Kopf gehen lassen.
    Sie haben sehr viel Praktisches mit der Klasse eingebaut, sodass die Schüler (speziell ich) Spaß hatten und motiviert waren mitzumachen. Dies gelang ebenfalls mit den oben angesprochenen Diskussionen.

    Noelle 🙂

  2. Lieben Dank für deine Korrektur. Ich finde die Fehler nur gerade im Text nicht, aber ich lasse sie mir nächsten Freitag von dir zeigen, ja?!
    Hat sich denn etwas verändert an deiner Meinung bzw. hast du noch Anmerkungen zu unseren Diskussionen?

  3. Hallo,

    ich finde den Blogbeitrag zwar gut strukturiert, jedoch sieht man das der Beitrag von Frau Strauß erstellt wurde. Wir Schüler werden dümmer dargestellt als wir sind. Nur weil wir ein Thema nicht studiert haben oder es mit der (vermeintlich) höheren fachlichen Kompetenz eines Erwachsenen recherchiert haben, heisst das noch lange nicht das wir es nicht richtig verstanden haben. Außerdem ist es NICHT falsch eine andere Meinung als die Lehrer zu haben. Wenn ich sage ich werde von Schleichwerbung nicht oder kaum beeinflusst werde, dann ist es auch so, weil ich mich auch außerhalb der Schule damit befasst habe und aufgeklärt bin.

    Keine Kritik… aber Schüler eignen sich ihr Wissen nicht nur in der Schule an.

    1. Lieber Aaron,
      danke für deine Rückmeldung, doch du irrst:
      Herr Frey UND ich haben den Artikel absichtlich provokant verfasst, gerade weil wir euch NICHT dumm finden. Wir waren der Ansicht, dass das Thema nicht ausreichend/befriedigend im Unterricht zu Ende diskutiert wurde.
      Natürlich ist es nicht falsch eine andere Meinung als wir zu haben und immerhin hast du und Mateusz genug Vertrauen in uns, eure Meinung hier öffentlich zu äußern – das freut mich.
      Ansonsten bin ich nach wie vor der Ansicht, dass es kaum einem Menschen in unserer Gesellschaft gelingt – ob Erwachsener, Jugendlicher, Schüler oder Lehrer – sich nicht von (Schleich-)Werbung beeinflussen zu lassen, weshalb es uns allen gut tut, darüber ab und an zu reflektieren.

  4. Guten Tag.
    Ich finde es gut zusammegefasst, aber bei dem Punkt „LetsPlayer“ muss ich eine Sache einwerfen: Man sollte differenzieren zwischen Youtuber, die Videos einfach aus Spaß machen oder Youtuber, die ihr Publikum beeinflussen wollen, um Profit daraus zu erzielen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten LetsPlayer ihre Videos nur aus Spaß produzieren. Wenn man ein Spiel spielt, weil es Spaß macht und „reden mag“ UND sogar dabei noch Anerkennung (durch die YouTube Community) bekommt, ist es umso besser. Wenn jedoch z.B. Bibi oder DagiBee ihre Videos produzieren, weil sie eine Gage bekommen, sollte man es klar differenzieren. Ein LetsPlayer spielt die Spiele, die ihm Spaß machen und bewertet diese auch kritisch (positiv/negativ). Wenn aber Bibi (oder jemand anderes x-beliebiges, der Kosmetikvideos produziert) ein Video veröffentlicht, indem sie meint wie toll doch alle Produkte sind (die sie sowieso nicht alles ausprobieren kann bzw. so viel Make-Up hat kein Mensch), dann ist es Werbung und Beeinflussung von ihrem jüngeren Publikum (bzw. ihr Zielpublikum, da die jüngeren oft leichter beeinflussbar sind). Natürlich gibt es LetsPlayer, die Geld dafür kriegen, aber in erster Linie spielen sie die Spiele aus Spaß und kriegen nebenbei noch Geld dafür (Win-Win). Doch ich glaube kaum, dass Bibi (und die Anderen…) jeden Tag 10.000 verschiedene Make-Ups haben, um gut auszusehen…Sie zeigen diese Produkte nur in ihren Videos, um eben „Werbung“ zu machen. Jedoch sage ich nicht, dass es keine LetsPlayer gibt, die es nur wegen Geld machen. Aber man sollte klar differenzieren.

  5. @Aaron
    Der Beitrag wurde von Frau Strauß und mir zusammen verfasst.

    Die vermutlich von dir kritisierten Passagen zum besprochenen Musikvideo und den Influencer Realtions wurde von uns bewusst so angelegt, um Widerspruch von euch zu erhalten und in eine Diskussion einzusteigen, was offensichtlich gerade gelungen ist :-). An keiner Stelle wird behauptet, dass Schülerinnen und Schüler dumm seien. In beiden Fällen fehlt eine ausgewogene Distanz zum Thema, die ich als notwendig erachte, um sich eine eigene Meinung auf der Basis von rationalen Argumenten zu bilden. Dies gelingt euch bei Bibi und DagiBee mühelos, bei Kontexten, in denen ihr emotional eingebunden seid, scheint dies aber nicht mehr so einfach zu sein. Zumindest im Unterricht konnte man so den Eindruck gewinnen, dass einige zu unkritisch mit den Inhalten umgehen.

    @Aaron @Mateuz
    Zu glauben LetsPlayer oder Youtuber im Allgemeinen, die Geld oder andere Zuwendungen erhalten, wären in ihrer Meinung langfristig unabhängig und objektiv, finde ich sehr gewagt.

    1. Ich weiss, dass diese Aussage sehr gewagt ist, trotzdem habe ich gemeint, dass man differenzieren sollte zwischen YouTubern, die es aus Spaß machen und nebenbei noch Geld verdienen und ein bisschen Ruhm/Ansehen gewinnen (Win-Win) und YouTuber, die es hauptsächlich aus Geld machen, um damit „über die Runden“ zu kommen. Und das kann ich eben aus eigener Erfahrung sagen, dass es in der YouTube-Community solche und solche Leute gibt. Ich habe es auch eine Zeit lang gemacht und nebenbei (damals paar Cent) bisschen verdient. Dies kann man natürlich auch auf Instagram (Christian und meine Seminararbeit) übertragen, denn dort gibt es auch Leute, die z.B. gerne für Entertainment sorgen und Geld dabei verdienen (aber nicht als Hauptziel) und eben Leute, die von vorne rein sagen, dass sie mit Instagram Geld verdienen möchten und sich dann auch Mühe geben (Partnerseiten, Sponsoring, Digital Influence, etc.).
      Um zum Thema zurück zu kommen: Es gibt aber in der Tat YouTuber, die sehr objektiv sind und eben nur ihre Meinung (z.B. zu einem Spiel, Film, Produkt, …) abgeben. Es gibt sogar genug YouTuber, die sich gerade deswegen auszeichnen und deren Publikum/Community, den YouTuber gerade dafür „feiert“. Eben weil dieser YouTuber sich nicht vom Geld beeinflussen lässt.

      1. Und wie viele Follower haben diese YouTuber dann? (Keine ironische, sondern interessierte Nachfrage!). Ich glaube das zu 100%, aber wie kann man sicher sein, wer da jetzt tatsächlich unabhängig ist und wer nicht?
        Im Unterricht ging es hauptsächlich um Gronkh, mir ist der überhaupt nicht unsympathisch, ich bezweifle nur stark, dass er sich nie kaufen lässt oder nie kaufen ließ, um so erfolgreich und letztlich reich zu werden.

        1. Ein sehr guter Einwand. Aber hierbei muss man wiederrum unterscheiden, ob die YouTuber (nicht nur Gronkh) etwas gesponsert bekommen oder wirklich Geld für ihre Videos/Product Placements bekommen.

          1. Vor allem muss man dazu sagen, dass Gronkh sein eigenes Unternehmen besitzt von Anfang an, und dadurch sein meistes Geld verdient. Und umso mehr Klicks er letztendlich hat, desto mehr Geld verdient er automatisch auch und bei seiner Reichweite ist das dann eine Menge. d.h. er hätte unnötig erzwungene Product Placements oder sonstige Methoden gar nicht nötig.

    2. Hallo Herr Frey,

      ach so ist das also. Ja das haben Sie geschafft. Es wundert mich nur das wir beiden die Einzigen sind die geantwortet haben und womöglich vielleicht auch die Einzigen die sich leicht „angegriffen“ gefüllt haben.

      1. Kann Herr Frey da nur beipflichten – der Beitrag richtet sich an alle, nicht an euch beide. Er war absichtlich provokant, bin aber verwundert, dass du das als „Angriff“ wertest, diese Intension unsererseits gab es zu keinem Zeitpunkt. An den Diskussionen waren schließlich wesentlich mehr beteiligt, wir hatten gehofft, auch die aus der Reserve zu locken, die hier so gut wie nie kommentieren – das hat nicht funktioniert. Die wollen nicht, so ist es eben.

  6. Huh, unser Anliegen war es die Unterrichtssituation aus unserer Perspektive darzustellen. Dabei sollte niemand direkt angegriffen werden. Ich hoffe, dass uns das im Artikel auch gelungen ist.

  7. Ich würde meine Meinung ebenfalls gerne dazu äußern (aufgrund des tatsächlich diskussionsanregenden Textes). Wie die anderen bereits gesagt haben, fühle ich mich auch etwas angegriffen durch den Text. Zum einen kommt es so rüber, dass alle Personen, die so eine Art Musikvideo unterhaltsam finden, als rassistisch und islamfeindlich abgestempelt werden, was einfach nicht stimmt. Wenn man sich längere Zeit im Internet/YouTube aufhält, wird man haufenweise auf derartige Videos stoßen, die u.a. solche Themen ins Lächerliche ziehen. Zur Zeit herrscht einfach so ein Trend, den anscheinend sehr viele Menschen lustig finden, auch wenn das eigentliche Thema es nicht im Ansatz ist. So war es aber schon immer so im Internet, dass sich einfach über alles lustig gemacht wird, auch ähnlich kritische Themen, und trotzdem unterhalten solche Videos/Bilder Massen an Menschen. Dennoch habe ich auch Videos gesehen, deren Ersteller selbst muslimischer Herkunft sind und z.B. „Bomben-Pranks“ gemacht haben. Das heißt, das selbst Muslime sich darüber „lustig“ machen, obwohl sie Terrorismus garantiert nicht gleich empfinden. Also sollte man zwischen Trends im Internet und ernstgemeinten hassverbreitenden Videos differenzieren. Es ist nunmal so, dass der Humor (Satire) im Internet extrem grenzwertig agiert und es eventuell auf einen „Außenstehenden“ als humorloses Hassverbreiten wirkt. Zum anderen ist es auch möglich, dass viele Menschen durch YouTube/Internet inzwischen in solchen Themengebieten verdorben sind, da man mit derartigen Satirevideos zu häufig im Alltag konfrontiert wird. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Einzelne ein Rassist/Islamfeind ist, nur weil er daran durch YouTube gewohnt ist, sondern wenn schon eher die Gesellschaft im Allgemeinen, die auf YouTube unterwegs ist. Man muss allerdings dazu sagen, dass diese Art von Humor von den meisten nicht ernstgenommen wird, da jeder vernünftige Mensch erkennt, dass solche Themen im Grunde nicht lustig sind und dass man auch zwischen Humor und ernsten Themen im echten Leben differenzieren kann. #justmy2cents

    1. Wir haben uns ja mittlerweile im Unterricht nochmal darüber unterhalten und ich finde es bemerkenswert, auf welch hohem Niveau wir das jetzt können!
      Zwei Punkte will ich noch anmerken:
      1. Es ist genau das Problem, dass ich mit Sorge betrachte – Videos dieser Art gibt es massenweise im Netz und ich muss dir da widersprechen, das war nicht schon immer so, sondern hat sich erst seit drei/vier Jahren in diesem Ausmaß entwickelt. Ich finde es tatsächlich erschreckend, was mittlerweile als Humor/Satire betrachtet wird (wie auch besagtes Video aus unserem Unterricht). Du hast recht, Humor und Satire agiert grenzwertig und es ging uns nie darum euch als Rassisten oder als islamfeindlich abzustempeln, sondern euch dafür zu sensibilisieren, wo Grenzen überschritten werden und man vielleicht ein Video mal besser nicht teilt oder sich, wenn schon, kritisch darüber unterhält.
      Insbesondere Satire verstehe ich als Mittel zur Kritik, als Mittel zur kritischen Auseinandersetzung oder zum Hinterfragen von Strukturen – was sich gegen Menschen oder Institutionen in Machtpositionen (egal welcher Art) richtet. Richtet sich die vermeintliche „Satire“ gegen Minderheiten bzw. Menschen, die auf Augenhöhe betrachtet werden sollten, dann hat das für mich nichts mehr mit Satire zu tun, sondern mit Vorurteilen, die bebildert und weiter geschürt werden (Hetze). Natürlich ist auch immer der Kontext entscheidend, aber nur, weil viele Menschen gar nicht mehr merken, dass sie einem Trend der Vorurteile folgen, heißt das noch lange nicht, dass ihr das auch tun müsst.
      2. Ich finde es durchaus nachvollziehbar, wenn Muslime selbst „Bomben-Pranks“ produzieren und verstehe es als Zeichen zur „westlichen Welt“ dazuzugehören (bzw. dazugehören zu wollen). Jedenfalls ist es in der Vorgehensweise ähnlich mit dem, was ich häufig in der Schule beobachten kann: Schülerinnen und Schüler tun viel, um dazuzugehören, hetzen zur Not auch selbst, bevor es jemand anders (in ihre Richtung) tut…

      1. Wenn Satire in Hetze übergeht, wurde das Maß ja eindeutig überschritten. Jedoch finde ich teilweise eine Hetze gegen gewisse Bevölkerungsgruppen wie z.B. gegen Nazis sogar sinnvoll, da damit gegen solche Gruppen vorgegangen werden kann. So etwas habe ich nämlich auch schon gesehen. Aber wiegesagt wenn mit einem Video ein ganzes Volk über einen Kamm geschert wird und negativ dargestellt wird, geht das ganze eben nach hinten los..

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