Cybermobbing

Im Laufe unseres Seminarkurses war es kurz vor Weihnachten an der Zeit, unser Thema für die abschließende Seminararbeit festzulegen. Da uns einige Vorschläge geboten wurden, war es zu Beginn schwer fündig zu werden. Trotz dieser Auswahl konnten wir uns schnell einigen und wählten das Thema ,,Cybermobbing“ für unsere Arbeit. Mit der Zeit stieg die Motivation immer mehr an und das Interesse in diesem Bereich nahm zu. Gründe dafür waren die Aktualität, als auch die dadurch gestiegene Aufmerksamkeit bezüglich des Mobbings.

Doch Moment mal…

Was versteht man tatsächlich unter dem Begriff ,,Cybermobbing“?
Lässt sich dieser mit der Wortbedeutung bzw. Definition des “normalen“ Mobbings gleichsetzen oder gibt es Unterschiede?

Mithilfe von Recherchen wollten wir diesen Fragen (und natürlich weiteren Informationen) auf den Grund gehen.
Es beanspruchte zunächst nicht viel Arbeit die wichtigsten Punkte darüber zu erfahren, da es uns erlaubt war, die bereits vorhandenen Recherchen und Beiträge des letzten Seminarkurses in Relation mit diesem Thema zu nutzen. Später jedoch stellten wir fest, dass es uns nicht genügt und wir die Suche nach weiteren Informationen erweitern müssen. Überraschend dabei war die Anzahl der Seiten, welche sich bei unserer Suche ergab. Doch durch diese Beobachtung bzw. Feststellung bestätigte sich die zunehmende Aktualität des Themas. Alle Seiten waren sehr umfassend und hilfreich, jedoch bemerkte man, dass sich die Informationen nach und nach doppelten und wiederholten.
Am Ende unserer Recherche angelangt, sammelte sich einiges an Material an, mit welchem wir eine Seminararbeit fertigstellen konnten.

Doch mit dieser Feststellung ergab sich folgende Frage:

,,Wie können wir das ausgewählte Thema neben unserem Beitrag konkret umsetzen, sodass ein sogenanntes “Produkt“ entsteht, welches die Nachhaltigkeit unserer Arbeit umfasst bzw. enthält?“

Das Ergebnis unserer Überlegungen war es, ein Vortrag in Form eines Unterrichts in einer Schulklasse unserer Schule zu gestalten. Anschließend soll das im Unterricht erarbeitete Material dazu dienen, eine Stellwand zu entwerfen, die in der Schule ausgestellt werden soll. Dadurch wird unser Produkt, welches neben dem Vortrag auch die Stellwand ist, zugänglich für alle weiteren Schülerinnen und Schüler der Schule sein, sodass diese ebenfalls in den Kontakt mit dem Thema ,,Cybermobbing“ kommen können.
Für uns war es bei der Gestaltung der Stellwand wichtig , etwas zu entwerfen, das auf einen Blick erfasst und verstanden werden kann. Unser Ziel beinhaltete den Anreiz an dieser Wand stehen zu bleiben und die damit verbundene Auseinandersetzung. Somit stand fest, dass keine langen Artikel oder Berichte die Wand ausschmücken, sondern kurze und überschaubare Texte.
Da wir beide jedoch noch mehr Nachhaltigkeit im Fokus hatten, gestalteten wir einige Flyer für die Schülerinnen und Schüler der Schule, wie Handouts unseres Vortrags und einen durch Inspiration selbst entworfenen ,,Erste-Hilfe-Plan“, welcher den betroffenen Menschen helfen soll, sich aus der Situation bzw. Rolle des Opfers zu befreien. Speziell dieser Plan sollte in unseren Beitrag eingefügt werden, um eine größere Reichweite zu erzielen.

Nun stand so ziemlich alles fest.

Wir hatten die benötigten Informationen und einen Plan, der einerseits die Umsetzung des Themas und andererseits die resultierende Nachhaltigkeit durch das Produkt umfasst.
Somit konnten wir mit der Kleinarbeit anfangen und unsere Vorstellungen in Bezug auf den Vortrag verschärfen.

Da die Informationen bereits gesammelt waren, musste man diese nur noch zusammenfassen, um daraus eine ,,Prezi“ zu entwickeln, welche unseren Vortrag bzw. Unterricht begleiten und unterstützen soll. Mithilfe dieser ,,Prezi“ konnte anschließend ein Handout verfasst werden. All diese Aufgaben übernahm Noelle, da sie sich mit dem Programm besser auskennt und dadurch die Arbeit schneller umsetzen konnte. Schließlich verfasste sie zudem das Handout.

In dieser Zeit war es Glorias Aufgabe, ein Plakat zu entwerfen, welches die Hauptkomponenten von ,,Cybermobbing“ zusammenfasst. Gleichzeitig kann es während des Unterrichts als Leitfaden dienen.

Hier ist unser ,,Hilfe-Plan“ zu sehen, welcher ebenfalls in den Quellenangaben in größerem Format wiederzufinden ist.

Nun fehlte ein letzter wichtiger Punkt, welcher noch abgehakt werden musste, und zwar der ,,Erste-Hilfe-Plan“ gegen diese Art von Mobbing.
Gemeinsam fertigten wir den Plan an.
(Wie bereits erwähnt unterstützten uns hier einige Inspirationen von Internetseiten.)

Abgesehen von den Proben, die vor der endgültigen Präsentation noch zu halten sind, ist alles weitere fertiggestellt.

 

 


Zwar ist bis zu diesem Zeitpunkt alles problemlos verlaufen, jedoch trat nun auch leider die andere Seite ein, welche einen eher negativen Aspekt behandelt.
Erst als es darum ging einen passenden Termin zu finden, an welchem unser Vortrag stattfinden sollte, kam es zu den ersten Problemen. Diese lagen in erster Linie darin, dass wir als Schülerinnen durch das stattfindende Abitur einen veränderten Stundenplan hatten und zusätzliche Schulveranstaltungen die Terminfindung erschwerten.

Zudem war es notwendig mit der Schulleitung abzuklären, ob es überhaupt möglich ist, eine Stellwand in unserer Aula aufzustellen.
Zum Glück erwies sich dies als problemlos, sowie auch die damit verbundene Organisation.

Der Tag der Präsentation bzw. des Unterrichts kam immer näher und wir gewannen nun durch die Proben an Sicherheit, sodass nichts mehr schieflaufen konnte.

Herr Frey, einer der leitenden Lehrer des Seminarkurses, teilte uns auf Wunsch eine 7. Klasse zu, welcher wir das Thema ,,Cybermobbing“ näher bringen durften.
Typisch für solch eine Klassenstufe ist die Aufgewecktheit, welche zwei Seiten aufzeigt:
Einerseits bedeutete dies für uns, dass wir es womöglich anstrengend haben werden, da die Schülerinnen und Schüler dieser Klasse sehr laut und unaufmerksam sein werden.
Andererseits hofften wir aufgrund der aufgeweckten Art der ‚Kinder‘ auf eine gute Mitarbeit.

Sowohl die eine, als auch die andere Seite bestätigte sich im Laufe unseres Vortrags, was uns sehr überraschte und im Nachhinein auch freute.


Doch nun zum Ablauf unserer Präsentation:

Wir starteten mit einer kurzen Vorstellung unsererseits und erklärten worum es bei dem heutigen Unterricht gehen wird.

Diese Einführung ermöglichte uns eine direkte Fragerunde, da wir diese mit der Frage, was man eigentlich unter ,,Cybermobbing“ verstehe, eröffneten.

Überraschenderweise meldeten sich einige Schülerinnen und Schüler, welche konkret sagen konnten, was dieser Begriff bedeutet. Aus diesem Grund lies sich feststellen, dass sie nicht das erste Mal mit diesem Thema konfrontiert wurden.
D
ie Antworten, welche sich hieraus ergaben, glichen der “richtigen“ Definition sehr, sodass keine direkten Beispiele genannt werden können.

Die uns als richtig erscheinende Definition lautet:

Cybermobbing ( auch bekannt als Cyber-Bullying oder Internet-Mobbing ) umfasst Bedrohungen, Belästigungen sowie Beleidigungen, welche mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel über einen längeren Zeitraum gegen eine Person gerichtet werden.


Um von Anfang an klarzustellen, welche Personen an diesem “Prozess“ des Cybermobbings beteiligt sind, gingen wir auf unser angefertigtes Plakat ein, welches teilweise abgedeckt war und nur die beiden Hauptbeteiligten (Opfer und Täter) zeigte.
Das Plakat diente wie vorgesehen für einen Leidfaden durch die Präsentation, denn nach und nach wurde auch die genauere Unterteilung der Beteiligten aufgedeckt, sodass eine vollständige Zusammenfassung der Personen entstand.

Nun soll das Plakat auch in diesem Beitrag als Leitfaden dienen.

Konzentrieren wir uns zuerst auf die Täter, so lässt sich im Allgemeinen bereits sagen, dass diese aus jeder Altersgruppe stammen können sowie auch von jedem Geschlecht. Aus diesem Grund kann das Mobbing schon in jungen Jahren stattfinden, z.B. in der Schule, oder erst später, wenn man in einem Beruf tätig ist. Zusätzlich ist es möglich, dass der Täter aus einer einzelnen Person oder aus einer Gruppe besteht.

Die Rolle des Täters wird in zwei Bereiche unterschieden: Passiv und aktiv.

Unter dem passiven Täter versteht man Mitläufer oder Zuschauer. Entweder entziehen sie sich der Situation komplett und sind nicht daran beteiligt oder sie unterstützen den Täter und bekräftigen ihn. Sobald sich eine Person entzieht und nichts unternimmt, sondern nur zusieht, kann dem Opfer nicht geholfen werden. Deshalb zählen die genannten Zuschauer ebenfalls zu den passiven Tätern, da sie durch ihr Verhalten eher auf Seite des Haupttäters stehen. Gründe für deren Verhalten sind der Gruppenzwang oder der Eigenschutz selbst in die Rolle des Opfers zu rutschen.

Im Gegensatz dazu steht der aktive Täter – vergleichbar mit dem Haupttäter.
Charakteristisch ist das stark vorhandene Selbstvertrauen und eine positivere Einstellung gegenüber Gewalt. Aufgrund des Selbstbewusstseins fällt es diesem Täter nicht schwer, sich ein Opfer zu suchen und dieses zu belästigen und mit Beleidigungen zu konfrontieren.

Jedoch sind sich die Täter, sowohl passiv als auch aktiv, den daraus resultierenden Konsequenzen und Gefahren ihres Handelns nicht bewusst!


Bezüglich der Rolle der Opfer ist ebenfalls zu erwähnen, dass Menschen von jeder Altersgruppe sowie Geschlecht betroffen sein können. Es sind jedoch oft Menschen, welche nicht so sind, wie es die „Norm“ der Gesellschaft ihnen vorschreibt. Dies muss jedoch nicht immer der Fall sein.

Wie auch bei dem Täter wird hier unterschieden, und zwar zwischen passivem und provozierendem (aktivem) Opfer.

Charakteristische Merkmale dabei sind:

                             Passiv

                       Provozierend

still ; ängstlich ; schwach

aggressiv ; reizbar

nicht selbstbewusst

Verhalten:

Verhalten:

Rückzug

Gegenattacken

wehren sich nicht

 → können selbst zum Täter werden!

Natürlich stellt man sich schnell die Frage, wie es überhaupt zu dieser neuartigen Form des Mobbings kommen kann. Diese Frage lässt sich bereits mit einem Punkt beantworten.

Denn der Auslöser dafür ist die gestiegene Nutzung von elektronischen Kommunikationsmitteln. Darunter versteht man technische Geräte wie das Smartphone, der Computer bzw. das Laptop oder auch das Tablet.
Vergleicht man diese Nutzung mit früher, zu der Zeit als wir unser erstes Handy bekommen haben, ist der Fortschritt zu heute gewaltig. Ein Unterschied liegt darin, dass die heutigen Geräte den Zugriff auf das Internet und damit verbunden auf die sozialen Netzwerke ermöglichen, welche früher noch nicht so stark im Umlauf waren.

Außerdem können durch die Fähigkeit der Video- und Fotoaufnahme Geschehnisse schnell und einfach im Internet hochgeladen werden – vor allem auf den Plattformen der sozialen Netzwerke: Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram, Youtube und WhatsApp.                                                                    Bildergebnis für snapchat        Bildergebnis für instagram   Bildergebnis für youtube      

Dadurch kann eine bestimmte Situation bzw. ein Ereignis problemlos herumgehen und eine große Gruppe an Menschen mit diesen neuen Informationen unterhalten.

Aufgrund dieser gestiegenen Nutzung, bereits schon in jungen Jahren, muss vor den lauernden Gefahren im Internet gewarnt werden. Wichtig dabei ist nämlich, dass man sich den meisten nicht bewusst ist oder diese zum Teil stark unterschätzt.
Deshalb halten wir es für notwendig, dass Jugendliche früh genug über Gefahren aufgeklärt werden.

Darunter fällt besonders der Aspekt, welcher sich auf die Angriffsfläche bezieht. Man sollte darauf achten, was man im Internet postet, da all diese Veröffentlichungen die Angriffsfläche erweitern und vergrößern können.
Die Wahrscheinlichkeit, dass man in die Rolle des Opfers rutscht, ist deshalb nicht sehr gering. Natürlich lässt sich dies verhindern, indem man die Angriffsfläche minimiert.

Dazu bieten sich folgende Tipps an:

• überlegen, ob das, was man ins Internet hochladen möchte, wirklich dort hin gehört

Profilangaben gering halten
E-Mail Adresse, Geburtsdatum, Alter, … gehören nicht ins Netz!

• statt dem richtigen Namen lieber einen Spitznamen angeben, sodass der Täter bereits hier
Schwierigkeiten hat, euch zu konfrontieren

• privates Konto bevorzugen (wenn möglich)
Kontrolle über die Menschen, die euch folgen möchten ( Bsp.: Instagram)

Alles in Einem kann man zusammenfassend sagen:
Achtet darauf was ihr im Internet postet, denn das Internet vergisst nie!!!
All das, was von einer Person hochgeladen und veröffentlicht wurde, kann später gegen sie verwendet werden.


Wie bereits erwähnt und nun hoffentlich klar ist, bietet ,,Cybermobbing“ den Tätern die “Möglichkeit“ im Internet zu mobben. Damit verbunden besteht ein grundlegender Vorteil: Die Anonymität des Täters. Dies bedeutet, dass das Opfer nicht weiß, wer sich hinter der jeweiligen Identität tatsächlich verbirgt. Außerdem sorgt die Anonymität dafür, dass Menschen hemmungsloser sind. Die Täter stehen dem Opfer nicht direkt gegenüber, sodass sie die Reaktion der Opfer auf ihre Taten nicht sehen können.
Außerdem entsteht diese Art des Mobbings z.B. aus Langerweile oder Spaß. Jedoch ist der Aspekt bezüglich des Spaßes eine ernstzunehmende Sache, da aus der zunächst bestehenden Scherzerei sehr schnell Ernst werden kann. Dies basiert auf der Feststellung, dass jeder Mensch individuell auf gewisse Nachrichten reagiert, weil man diese bereits auf verschiedene Weisen aufnimmt. Dementsprechend darf solch eine Situation nicht unterschätzt werden.

Lügen und Gerüchte, sowie peinliche Fotos und Videos, welche verbreitet werden, unterstützen die Vorstellung wie im Internet gemobbt wird.
Vor allem im Bezug auf unvorteilhafte oder peinliche Fotos und Videos des Opfers, besitzt der Täter die Kontrolle, weil er dieses Material zur Erpressungen bzw. Bedrohung nutzen kann.
Daraus ergibt sich ein Vergleich, welcher die Rolle des Opfers mit einer Marionette gleichsetzt. Außerdem muss man hinzufügen, dass die Position der beiden Protagonisten innerhalb des Cybermobbings unterschiedlich ist – der Täter steht deutlich über dem Opfer, was darauf hindeutet, dass dieses unterlegen und schwächer ist.

Spätestens an diesem Punkt sollten sich Außenstehende fragen, wie das Opfer mit solch einer Situation umgeht und wie es auf diese reagiert.
Denn ist es möglich, dass es zu schweren Folgen kommen kann?
Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort: JA!

Einige Beispiele für Konsequenzen im Bezug auf das Opfer sind:

körperliche und psychische Schäden

• Verhaltensänderungen
Herunterspielen und Verharmlosen der Situation ; Opfer frisst alles in sich hinein

• findet keinen Ausweg / Hilfe
Suizidgedanken (?)

Natürlich gibt es viele Abweichungen, da jeder Mensch anders auf die Geschehnisse reagiert.

Manchen gelingt es und sie können über diesem Mobbing stehen, da ein gesundes Selbstvertrauen vorhanden ist. Mithilfe von diesem Gefühl werden sie daran erinnert, dass der Täter sie nur verletzen möchte.
Im Gegensatz zu dieser Art von Mensch / Opfer, gibt es leider auch jene Art, auf welche die genannten Folgen zutreffen können.


Im Folgenden sind wir bei unserem Vortrag auf die Konsequenzen bezüglich des Täters eingegangen. Diesen Punkt sahen wir als sehr wichtig an, da viele Menschen nicht wissen, dass auch für den Täter einige Folgen existieren. Deshalb sind wir im Laufe unseres Vortrags darauf eingegangen, gegen welche Gesetze der Prozess des Cybermobbings verstoßen kann.
Denn Cybermobbing an sich ist nicht strafbar. Trotzdem kommt Cybermobbing ohne Straftaten so gut wie nie vor. Denn allein eine Beleidigung verstößt gegen das Gesetz. Aber auch gegen die Gesetze §186 die üble Nachrede und §201 Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes wird dabei verstoßen.

Als wir anschließend die Frage stellten, was die beiden Paragraphe bedeuten, wusste von den Schülerinnen und Schülern keiner die Antwort. Unserer Meinung nach war dieses noch nicht Vorhandensein des damit verbundenen Wissens nachvollziehbar, denn auch wir mussten diese Begriffe erst einmal Nachschlagen bevor wir uns über die genauere Bedeutung im Klaren waren.


Bereits am Anfang stellten wir uns schon die Frage was bei ,,Cybermobbing“ anders im Vergleich zu dem herkömmlichen Mobbing ist. Denn bei unserer Recherche stießen wir auf verschiedene Definitionen, welche uns anreizten einen Vergleich zwischen den Mobbingarten in unsere Arbeit einzubeziehen.

Aus diesem Grund die Frage:
,,Was unterscheidet Cybermobbing von dem herkömmlichen Mobbing?“

Der wohl offensichtlichste Unterschied besteht darin, dass Cybermobbing im Internet stattfindet – somit in einem virtuellen Raum – und das “normale“ Mobbing in der Wirklichkeit.
Außerdem können die Täter im Internet ihre Taten anonym ausüben, was in der Realität so gut wie unmöglich ist, da sich Täter und Opfer direkt gegenüber stehen. Das gravierende an Cybermobbing jedoch ist, dass das Mobbing jeder Zeit stattfinden kann, was es unserer Meinung nach so schrecklich macht. Während das herkömmliche Mobbing zu Hause endet, ist Cybermobbing in der Lage die Opfer bis in ihren privaten Raum zu verfolgen und somit dauerhaft zu belästigen.

Da ein Vergleich nicht nur aus Unterschieden besteht, sondern auch aus Gemeinsamkeiten, haben wir hier einen Aspekt, der auf die jeweiligen Mobbingarten zutrifft:
Die Auswirkungen sind jeweils unbekannt und nicht steuerbar.

Doch was wäre ein Vortrag über das Thema ,,Cybermobbing“ ohne Tipps wie man dagegen vorgehen kann?

Das Ziel unserer Präsentation liegt natürlich nicht nur darin Menschen über ,,Cybermobbing“ zu informieren, sondern auch einen Ausweg aus der Rolle des Opfers zu zeigen bzw. zu geben. Deshalb haben wir uns überlegt, was das Opfer und auch Außenstehende tun können, um gegen die derzeitige Situation vorzugehen.

Diese Frage gaben wir an die Klasse weiter, um diese während des theoretischen Teils des Unterrichts einzubeziehen. Überraschenderweise wussten die Schülerinnen und Schüler auch hier die richtigen Antworten. Auch an diesem Punkt schien es so, als haben sie sich bereits mit dem Thema auseinandergesetzt, da einige Vorschläge geliefert wurden, welche wir uns ebenfalls überlegt hatten.

Der erste Schritt besteht darin, nicht auf die Nachrichten einzugehen. Wenn der Täter es nicht speziell auf eine Person abgesehen hat, so erledigt sich das Ganze schon von selbst.
Kommt es jedoch zu Verschärfungen und die Nachrichten hören nicht auf, so muss man sich über einige Aspekte informieren, wie beispielsweise über die Folgen des Täters. Da dessen Folgen hauptsächlich in den rechtlichen Bereich fallen, sollte man die Suche nach Recht und Gesetz in den Blick nehmen.
Sind jedoch Videos oder Fotos erst einmal im Netzt gelandet, ist es schwer diese zu löschen, weil sie eine gewaltige Reichweite erzielen können.

Trotzdem ist dieser Gedanke nicht ganz unmöglich. Es existiert nämlich die Möglichkeit die Löschung von Daten auf sozialen Netzwerken zu beantragen. Zwar ist das bestimmte Foto nicht mehr auf der Plattform vorhanden, jedoch weiß man nie wo es schon überall herumgekommen ist.
(→ s.o. : Das Internet vergisst nie!!!)

Die genannten Punkte sind natürlich sehr hilfreich und können dem Opfer helfen, jedoch ist das Wichtigste in dieser Situation, sich eine Vertrauensperson aufzusuchen. Dieser Aspekt wurde von einem Mädchen der Klasse vorgeschlagen und zudem als selbstverständlich angesehen. Jedenfalls können solche Personen dem Opfer beistehen und es durch diese schlimme Zeit begleiten. Zudem geben sie dem Betroffenen das Gefühl nicht allein zu sein und bestärken es dadurch. Die Möglichkeit, das Gefühl des Selbstvertrauens zurückzugewinnen, ist wieder vorhanden.
Es kostet zwar viel Überwindung sich einer Person anzuvertrauen, jedoch kann sich daraus eine gewaltige Folge entwickeln: Verteidigung und Abwehr.
Das Opfer kann mithilfe der Person gegen den Täter vorgehen.
Dabei ist es wichtig zu beachten, dass man keine Gegenattacken startet, da man sonst selbst zum Täter werden kann!

Eine weitere Möglichkeit der Selbsthilfe ist außerdem die
Cyber-Mobbing Erste-Hilfe-App, welche von der EU-Initiative „klicksafe“ entwickelt wurde.
Als wir auf diese App zu sprechen kamen, versuchten wir diese durch Übertragung auf der Leinwand zu öffnen, um sie sichtbar für alle zu erklären.

Man startet mit der Wahl eines Guides, bei der man die Auswahl zwischen einem Jungen oder einem Mädchen hat, welcher/-s einem anschließend Tipps geben kann. Diese Ratschläge beziehen sich z.B. auf das optimale Verhalten des Opfers während des Mobbings. Auf diese Weise stellen sie eine Art Vertrauensperson dar, welche Opfern oft aufgrund des fehlenden Mutes in der Realität fehlt. Die ganze Sache ist außerdem anonym, sodass es manchen Menschen die Situation erleichtern könnte.

Dieses Video dient als „Aufklärungsvideo“ rund um die genannte App. Bei Interesse kann also gerne ein Blick hinein geworfen werden, da man viele Informationen erhält. Außerdem wird innerhalb der Aufnahme die App anschaulich dargestellt, sodass ein Einblick verschafft werden kann.

Um eine individuelle Beratung zu erhalten gibt es eine weitere Möglichkeit, und zwar eine kostenlose Seelsorge wie beispielsweise die ,,Nummer gegen Kummer: Tel.: 0800/111 03 33.


Der Abschluss unseres Vortrages wurde von einem Interview mit einem ehemaligen Mobbingopfer (Mädchen) ausgeschmückt. Einerseits wollten wir dadurch erreichen, dass wir noch einmal die Konsequenzen aufzeigen, die durch das Mobben im Internet auftreten können. Andererseits hat diese Person es geschafft, sich aus der Lage zu befreien. Sie fand den Ausweg in Dingen, welche ihre Leidenschaft zum Ausdruck bringen. Dadurch gewann sie ihr Selbstbewusstsein zurück und erkannte, dass sie ein Talent besitzt, das andere Personen nicht haben.

Nach dem Vortrag unsererseits war es an der Zeit, dass nun die Klasse etwas Praktisches erarbeiten muss. Wir wollten, dass jeder Schüler seine individuelle Meinung gegenüber ,,Cybermobbing“ auf kleine bunte Karten schreibt. Da es deren persönliche Meinung ist, war es ihnen überlassen, was sie auf die jeweiligen Karten schreiben.

Hier kann man die Klasse beim Arbeiten sehen. Alle Schülerinnen und Schüler bearbeiteten die Aufgabe sehr ernsthaft.

Insgeheim hofften wir natürlich auf viele verschiedene Meinungen, sodass es nicht zu Häufungen und Wiederholungen kommt. Denn im Anschluss sollte mithilfe dieser Kärtchen die geplante Stellwand gestaltet werden.
(Kleine Anmerkung: Die Karten haben wir im voraus organisiert.)

Überraschenderweise kamen viele tolle Meinungen zustande, mit Ausnahme von einem Zettel. All die Kommentare wurden sehr ernsthaft und zum Teil auch sehr umfangreich bearbeitet.
Auffallend dabei war, dass oft Dinge aufgegriffen wurden, welche wir im Laufe unseres Vortrages erwähnt haben. Natürlich hat uns diese Beobachtung sehr gefreut, da es als Zeichen für die Aufmerksamkeit der Klasse steht.

Um Außenstehenden, die unsere Schule nicht besuchen, trotzdem einen Blick auf die tolle Stellwand zu ermöglichen, kann man diese hier sehen:

Da wir in zeitlicher Hinsicht zu schnell waren und noch eine halbe Stunde zu füllen war, lag es an uns zu improvisieren. Also starteten wir eine offene Fragerunde, die sehr gut angenommen wurde. Es zeigte sich darin, dass sich sehr viele Schülerinnen und Schüler der Klasse geäußert haben, zum Teil auch Schüler, welche sich im Laufe des Vortrags nicht gemeldet hatten.

Eingeleitet wurde die Fragerunde mit der folgenden Frage:
,,Wie würdet ihr schlechte Kommentare, welche unter Beiträgen von bekannten Personen des öffentlichen Lebens wiederzufinden sind, verstehen? Würdet ihr diese als Mobbing betrachten oder eher nicht?“

Diese Frage sowie die passenden Antworten der Schüler darauf sind in einem der Videos, die in den Quellenangaben zu finden sind, enthalten.

Aufgrund der guten Mitarbeit fiel uns die Improvisation sehr leicht, weil sich ständig neue Fragen erübrigt hatten.
Eine weitere Frage bezog sich hauptsächlich auf unsere Präsentation, da wir speziell nachgefragt haben, ob die Klasse den Aufklärungsunterricht als sinnvoll empfand. Es war interessant zu wissen bzw. zu erfahren, wie die Schüler mit den neu gewonnenen Informationen umgehen. Auch diese Frage ist in einem der unten verlinkten Videos zu finden, jedoch möchten wir in diesem Zusammenhang einige Worte verfassen.

Viele der Schülerinnen und Schüler meinten, dass sie all die Informationen an Freunde oder Familienmitglieder, wie jüngere Geschwister, weitergeben werden. Sie möchten diese auf die Gefahren im Internet hinweisen und demzufolge auch warnen.
In Verbindung mit diesen Antworten wurden uns einige Komplimente bezüglich des Unterrichts gegeben. Aufgrund dessen verstanden wir diese als Bestätigung dafür, dass solche Aufklärungen mehr umgesetzt werden müssen.

Dafür gibt es verschieden Möglichkeiten:

• Mobbingbeauftragte in Schulen, welche die Schüler aufklären sowie Betroffenen helfen
können

Medienkompetenz der Eltern fördern, sodass auch sie die Kinder vor den Gefahren
warnen können

• mehr Aufklärungsunterrichte organisieren


Letzten Endes gingen wir gemeinsam mit der Klasse Schritt für Schritt unseren selbst erstellten ,,Erste-Hilfe-Plan“ gegen Cybermobbing durch.
Der Plan ist aufgeteilt in 10 Schritte, mit welchen man einen Ausweg aus der schrecklichen Rolle des Opfers bereits innerhalb des Mobbings findet.
Mit unserem Hilfe-Plan möchten wir mehr Menschen erreichen, sodass das Thema ,,Cybermobbing“ noch mehr in den Umlauf kommt und mehr an Aufmerksamkeit gewinnt.

Unsere Erwartungen an den Vortrag wurden komplett erfüllt. Natürlich basierte dies zum größten Teil auf der guten Mitarbeit der Schüler. Zu Beginn, als wir noch dabei waren alles vorzubereiten, war die Klasse sehr laut. Dies legte sich jedoch recht schnell, da wir mit dem Vortrag angefangen haben und es als interessant aufgenommen wurde, wodurch eine angenehme Stille entstand. Alle haben aufmerksam zugehört und mit einer Ernsthaftigkeit die gestellten Fragen beantwortet. Vor allem in Verbindung mit der ernsthaften Umgangsweise des Themas waren wir sehr erstaunt, da wir uns nicht vorstellen konnten wie “Kinder“ damit umgehen werden. Die gute Mitarbeit nahm uns schließlich den letzten Rest der vorhandenen Nervosität, sodass während des Unterrichts auch ab und an mal gelacht wurde und dadurch zwar die Lautstärke etwas anstieg. Nach einer kurzen Bitte, wieder etwas leiser zu werden, konnten wir problemlos fortfahren.

Am Ende unseres Vortrags, welcher übrigens 90 Minuten beanspruchte, waren noch einige Minuten zum Füllen vorhanden. Diese nutzten wir für eine wirklich tolle Sache. Wir drehten ein Video mit der Hilfe von der App ,,Snapchat, auf welchem die ganze Klasse die Worte: ,,Stop Cybermobbing“ , laut und deutlich sagt. Natürlich fand dies auf freiwilliger Basis statt, da wir keine Person dazu zwingen wollten. Generell war es den Schülerinnen und Schülern überlassen, ob sie auf Aufnahmen (Fotos oder Videos des Unterrichts) im Internet zu sehen sein möchten. Dies erübrigte sich jedoch mit dem Einverständnis von allen.
Nun ist es unsere Absicht, dass das Video ebenfalls in den Umlauf kommen soll, um die Menschen, so wie der Hilfe-Plan, auf Mobbing jeglicher Art aufmerksam zu machen.

Mit diesem Video möchten wir unseren Beitrag auch beenden, sodass zum Schluss die eigentliche “Message“ in Bezug auf unser gewähltes Thema für die Seminararbeit kurz vermittelt werden kann:

 

Quellen:

Im Folgenden sind unsere ,,Prezi“, das Handout und der ,, Erste-Hilfe-Plan“ zu finden.

,,Prezi“:  https://prezi.com/cinakslycuas/cybermobbing/#

 

 

Handout:

 

 ,, Erste-Hilfe-Plan“:          

Klicke auf das Bild, sodass es im Großformat erscheint.

                                                               

Und natürlich auch die Videos, welche Herr Frey während unseres Vortrags aufgenommen hat:
1)

2)

3)

 


Nach unserer Präsentation kümmerten wir uns um die Stellwand, an die wir die erarbeiteten Meinungen sowie das Plakat aufhängten.

Wir hoffen, dass euch der Beitrag gefallen hat und wir einen tollen Einblick in unseren Unterricht zeigen konnten. Falls Fragen aufkommen, beantworten wir sie euch sehr gerne. 🙂

Liebe Grüße,

 Gloria Marten und Noelle Kolbe   🙂

 

 

 

5 Gedanken zu „Cybermobbing“

  1. Die Videos, welche Herr Frey von unserem Vortrag aufgenommen hat, werden in den kommenden Tagen verlinkt, sodass man sie sich ansehen kann. Es gibt einige Komplikationen bezüglich des Hochladens…wir bitten um Verständnis!

  2. Also erstmal klasse Arbeit die ihr mit dem Vortrag geleistet habt.
    Vor so einer Klasse zu reden, die man dazu auch nicht wirklich zu Beginn einschätzen kann, kann nicht jeder. Außerdem sind eure Materialien sehr übersichtlich und verständlich. Allgemien fände ich es auch gut wenn es mehr solcher Unterrichtseinheiten gäbe, da solche Themen eigentlich immer eine gewisse Aktualität haben.

    1. auf jeden Fall Danke für deinen netten Kommentar! 🙂

      Wir würden es auch unterstützen, wenn es mehr solcher Vorträge geben würde, gerade von Seiten der Lehrer, beispielsweise in den Klassenlehrerstunden in den jüngeren Klassen würde sich so etwas anbieten. Jedoch denke ich, wird es schwer von unserer Seite aus, diese mit unserem Stundenplan zu vereinbaren. Wir haben jedoch die Hoffnung, dass unser Vortrag die Klasse angeregt hat, anderen Schülern davon zu erzählen.

  3. Hallo Noelle und Gloria 🙂
    Zunächst muss ich euch sagen, dass ich eure gründliche Recherche sehr beeindruckend finde. Das Thema CyberMobbing oder Mobbing im Allgemeinen ist natürlich sehr präsent und zieht auch oft schlimme Folgen mit sich. Deshalb finde ich es besonders toll, dass ihr mit eurem Vortrag möglicherweise einigen Kindern geholfen habt!

    1. Hallo Lea!

      Vielen Dank für dein tolles Feedback 🙂

      Ja, wir hoffen, dass wir dies erreichen konnten…oder wenigstens den Betroffenen zeigen konnten, dass es Möglichkeiten gibt, dem „Horror“ ein Ende zu setzen.

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