Cybermobbing

Nachdem uns in der Klassenstufe 10 verschiedene Seminarkurse vorgestellt wurden, hat der Kurs „Digitale Kompetenz“ bei mir großes Interesse geweckt und machte mich neugierig, mehr über dieses Thema zu erfahren. Ich denke, dass es in der heutigen digitalen Welt wichtig ist, viele Facetten dieses bedeutenden Themas zu kennen.

Für die jüngere Generation ist ein Leben ohne Handy und Internet kaum mehr vorstellbar. Täglich nutzen Teenager und Jugendliche soziale Netzwerke wie z. Bsp. Facebook, Twitter, Tumblr, Google+, Instagram und Instant-Messenger wie WhatsApp und Snapchat zum Kommunizieren, Austauschen von Informationen, zur Unterhaltung oder Selbstdarstellung. Leider wirft der technische Fortschritt vor allem bei der Internetnutzung Schattenseiten auf.

Über Umwege habe ich mich für das Seminarthema „Cybermobbing“ entschieden.  Nach einem Gespräch mit Frau Strauß (Ende April 2016) hat mich das Thema gleich inspiriert. Bereits am 3. November 2015 besuchte ich eine Veranstaltung im PZ Forum in Pforzheim. Hier wurde über Chancen und Risiken der neuen Medien referiert. An diesem Abend sprach unter anderem der Polizeioberkommissar Dirk Schäfer über Gefahren im Internet. Auch er verdeutlichte in seinem Vortrag wie schwerwiegend die Themen Internet-Kriminalität und Cybermobbing sind. [21]

Hier möchte ich euch auf einen SMEP-Beitrag „Polizei zu Besuch“ am Gymnasium Neuenbürg aufmerksam machen. Experte Polizeioberkommissar Dirk Schäfer war vor Ort. [22]

Polizei zu Besuch

Auch nachfolgende News unterstreicht die Wichtigkeit Cybermobbing einzudämmen:

1[14]

Zuerst werde ich in meinem Blockeintrag Wissenswertes rund um das Thema Cybermobbing einstellen.

Dann beschäftige ich mich mit der Ausarbeitung meiner Umfrage, die ich in zwei Klassen der Klassenstufe 6 im Gymnasium Neuenbürg durchgeführt habe.

Danach folgt eine Sprachaufnahme von meinem Interview mit einem anonymen Cybermobbing-Opfer (vom 13. Mai 2016). Gerne hätte ich eine Sprachnachricht oder eine Stellungnahme von einem Cybermobbing-Täter in meine Arbeit eingestellt. Jedoch ist mir dies nicht gelungen, deshalb werde ich mögliche Gründe für das Nicht-outen der Täter aufführen.

Abschließend folgt ein Ausschnitt von meinem Gespräch mit einer ehemaligen Rektorin einer Werkrealschule (Anfang Juni 2016).

 

Was ist Cybermobbing?

Von Cybermobbing (auch Cyber-Bullying oder Internet-Mobbing) spricht man, wenn jemand über einen längeren Zeitraum mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel eine andere Person absichtlich fertigmacht, bedroht, schikaniert, beleidigt oder belästigt. Cybermobbing ist eine Sonderform des Mobbings und entwickelt eine ganz eigene Dynamik. Cybermobbing ist überall und zu jeder Zeit möglich, da es im Internet, über Handy oder mit Hilfe anderer digitaler Medien stattfindet.

Das Agieren des Täters erfolgt oft anonym und indirekt. Indirekt bedeutet: Täter und Opfer stehen sich nicht gegenüber, das Mobben kann zeitversetzt passieren und der Täter sieht die Opferreaktion im Moment des eigentlichen Mobbings nicht. Durch das Internet erfolgt eine rasche Verbreitung des Geschehnisses. Zum Nachteil der Opfer sind Umfang und Auswirkung der Veröffentlichungen weder steuerbar noch überschaubar. Internettaten können in kürzester Zeit von einem großen Publikum verfolgt, kommentiert, geteilt und unterstützt werden. Da das Internet nichts vergisst, können selbst gelöschte Inhalte jederzeit wieder auftauchen, auch wenn der Konflikt schon lange beendet wurde. [1], [7], [12]

 

Wer sind die Opfer?

Jeder kann in die Situation gelangen gemobbt zu werden, egal welches Geschlecht, welches Alter und aus welcher Bevölkerungsschicht er kommt. Überwiegend werden Schüler der Klassenstufe sechs bis zehn im Internet gemobbt. Der Psychologe und Mobbingforscher Dan Olweus unterscheidet zwischen passiven und provozierenden Opfern. Es gibt mehr passive als provozierende Opfer. Passive Opfer sind körperlich schwächer als andere. Sie sind still, ängstlich, vorsichtig, sensibel und haben wenig Selbstbewusstsein. Gemobbte reagieren mit Rückzug und wehren sich meist nicht. Für die Täter sind sie somit einfache Opfer. Provozierende Opfer sind auch ängstlich. Zusätzlich sind sie provokant, impulsiv und zeigen oft ein aggressives Verhalten. Außerdem wollen sie gerne im Vordergrund stehen. Werden sie gemobbt, reagieren sie manchmal mit Gegenattacken und werden dadurch zum Täter. [1], [3], [5], [9]

 

Wer sind die Täter?

Ein typisches Täterprofil gibt es nicht. Täter können männlich oder weiblich sein, aus allen Altersgruppen und aus jeder Bevölkerungsschicht kommen. Ein oder aber auch mehrere Personen können Täter sein. Täter streben nach Aufmerksamkeit und wollen über andere bestimmen. Sie haben weniger Unrechtsbewusstsein als andere. Außerdem ist bei ihnen meist kein korrekter Umgang mit ihren Mitmenschen gegeben.

2011/ 2012 wurde bei einem Projekt in der Klasse 7b Anti-Mobbing-Plakate erstellt.

http://www.gymnasium-neuenbuerg.de/node/746
http://www.gymnasium-neuenbuerg.de/node/746

Mitläufer und Wegseher haben beim Cybermobbing eine tragende Rolle. Diese Personen sind nicht direkt Teil des Mobbings. Jedoch begünstigen sie durch ihr Verhalten das Mobbing. Sie verfolgen die Geschehnisse entweder mit Abscheu oder Interesse und sind so am Mobbingprozess beteiligt. Entweder Gruppenzwang, fehlende Bereitschaft sich für den Gemobbten einzusetzen oder aber Angst selbst Opfer zu werden können Gründe für ihr Verhalten sein. Sie nennt man auch passive Täter. [1], [4], [5], [9], [20]

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Mögliche Konstellation beim Cybermobbing

99Hier sieht man, dass beim Cybermobbing nicht nur der aktive Täter auf das Opfer einwirkt, sondern auch die passiven Täter (Mitläufer und die Gruppe Zuschauer,Wegseher und Nichtwisser). Das Opfer ist den Tätern ausgeliefert.

 

Warum wird im Internet gemobbt?

Die  Motive für Cybermobbing sind unterschiedlich. Manchmal geht es nur darum, den anderen schlecht beziehungsweise fertig zu machen oder ihm Schaden zuzufügen. Beim Mobbing liegt zudem fast immer ein Kräfteungleichgewicht vor, das unter anderem durch die Anzahl der Täter oder durch die unterschiedliche soziale Stellung zwischen Opfer und Täter zustande kommt. Täter möchten cool sein und zeigen wer der „Chef“ ist. Oft entsteht Internetmobbing in und mit der Gruppe. Außerdem werden aufgestaute Aggressionen freigesetzt.  Ein weiterer Grund für Cybermobbing ist die Angst, selbst Mobbingopfer zu werden. Personen haben Panik, ausgeschlossen zu werden und ihre Zugehörigkeit zur Gruppe zu verlieren. Manchmal überspielen Täter durch das Mobben ihre Minderwertigkeitskomplexe. Aber auch Langeweile oder „nur“ Spaß sind häufige Gründe für das Mobbing im Internet. Manchmal geschieht Cybermobbing auch unbeabsichtigt. [12]

 

Wie wird im Internet gemobbt?

Es gibt verschiedene Arten, wie im Internet gemobbt wird. Die meisten Mobbingattacken sind Beschimpfungen und Beleidigungen. Außerdem können Lügen und Gerüchte verbreitet werden, sowie auch Hänseleien und sich über jemanden lustig machen, andere unter Druck setzen, erpressen und bedrohen. Ausgrenzen und Ablehnen von Kontaktanfragen und natürlich das Verbreiten peinlicher Fotos, Videos und Sprachnachrichten kann Mobbing darstellen. [2], [19]

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Cybermobbing  – Neue Form der Gewalt

Die Polizei betitelt Cybermobbing als neue Form der Gewalt. Internetnutzer haben durch die multimediale Ausstattung (Foto- und Videokamera, Sprachaufzeichnung, Internetzugang) der neuen Handygeneration Technologien, die das Cybermobbing stark forcieren. Statistiken zeigen eine drastische Zunahme in diesem Bereich. Die Polizei setzt verstärkt auf Prävention. Spezielle Programme wurden entwickelt, um die junge Generation früh für das Thema Cybermobbing zu sensibilisieren. Durch das Medium Internet wird die Hemmschwelle für das Mobben stark gesenkt. Täter können in einer virtuellen Welt andere erniedrigen, ausgrenzen, beleidigen, tyrannisieren oder verletzen. Aus anfänglichem Spaß entsteht fließend das Mobbing im Netz. Täter sind sich meist nicht bewusst, dass sie anderen körperlichen oder psychischen Schaden zufügen und so eine Straftat begehen. [6]

 

Was kann man tun, dass es nicht zum Cybermobbing kommt?

Beim Cybermobbing ist Vorbeugung besonders wichtig. Eltern sind Vorbild für ihre Kinder und somit auch Vorbild bei der Mediennutzung. Kinder übernehmen Verhaltensmuster der Eltern. Deshalb ist es wichtig, den Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien vorzuleben und die Gefahren des Internets schon früh zu vermitteln. Neben den Eltern sollten auch die Schulen Medienkompetenz fördern und Prävention zum Thema Cybermobbing anbieten. Des Weiteren sollten Verhaltensregeln bei der Nutzung der Medien angesprochen werden. Aber auch Selbstbewusstsein, Toleranz, Respekt, Solidarität, Datenschutz beugen Cybermobbing vor. [8], [10], [18]

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Wie erkennt man, dass das Kind gemobbt wird?

Jedes Mobbingopfer reagiert unterschiedlich. Die Betroffenen zeigen verschiedene Symptome. Oft kann das Umfeld die Veränderung nicht sofort mit Cybermobbing in Verbindung bringen und es dauert sehr lange bis klar ist, was der eigentliche Auslöser der Veränderung ist. Manche Opfer sind auf einmal aggressiv, wütend oder können sich nicht mehr konzentrieren. Sie verschließen sich oder ziehen sich zurück. Andere leiden unter Kopf- oder Magenschmerzen, Hautausschlag oder klagen über Angstzustände. Oft meiden Opfer den Kontakt zu Freunden. Weitere typische Anzeichen sind außerdem die Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit, bedrückte Stimmung, starker Leistungsabfall in der Schule oder Schulangst. [10],[16]

 

Erste-Hilfe-App bei Cybermobbing

Klicksafe hat eine Erste-Hilfe-App entwickelt. Bei Klicksafe handelt es sich um eine EU-Initiative. Die App ist von Jugendlichen für Jugendliche entwickelt worden und gibt Hilfestellungen zum Thema Internet-Mobbing. Neben fachkundiger Hilfe erhalten Betroffene rasche Unterstützung. Mit kurzen Filmsequenzen wird erklärt, wie man gegen Cybermobbing am besten vorgeht. Außerdem erhält der App-Nutzer Anleitungen zum Blockieren oder Löschen von beleidigenden Äußerungen auf Social-Media-Plattformen. Ebenso gibt die App Hinweise zu rechtlichen Lage und Links zu Beratungsstellen. [14], [23]

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.teamdna.cybermobbing

So sieht die Erste-Hilfee App von Klicksafe aus. Ein klick auf das Bild und du gelangst auf Google Play, um die App herunterzuladen.

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Was ist aktiv zu tun, wenn es zu Cybermobbing gekommen ist?

Zuerst sollte man die Situation beruhigen, dem Opfer Sicherheit geben und nie mit ähnlichem Verhalten reagieren. Das heißt aber nicht, dass man den Mobbing-Attacken tatenlos zuschauen soll. Der nächste Schritt ist Beweise zu sichern. Das Cybermobbing sollte mit Datum und Uhrzeit dokumentiert werden. Beweise (Nachrichten, E-Mail, Bilder, Mitschnitte etc.) nie löschen! Sind die Täter bekannt, sollte man sie umgehend auffordern, Inhalte zu entfernen und das weitere Mobben zu unterlassen. Außerdem besteht die Möglichkeit beim Netzwerkbetreiber das Cybermobbing zu melden und die Löschung der Inhalte zu fordern. So kann verhindert werden, dass Inhalte und Bilder weiter zu sehen sind. Um keine weiteren Nachrichten vom Täter zu bekommen sollte man ihn blockieren. Cybermobbing-Opfer können sich professionelle Hilfe bei Beratungs- oder Polizeidienststellen einholen. Bei extrem schweren Attacken muss über eine Strafanzeige nachgedacht werden. [8], [12], [24]

105Bei der Beratungsstelle Lilith e.V. könnt ihr professionelle Hilfe einholen. [25]

 

Die Rechtslage bei Cybermobbing in Deutschland

Deutschland hat bisher kein spezielles Gesetz für Cybermobbing. Doch keiner ist den Gemeinheiten von Internetmobbern schutzlos ausgeliefert. Es gibt Gesetze, die natürlich auch für die virtuelle Welt gelten, die die Rechte der Bürger schützen. Gewaltdarstellung (§131 StGB), Beleidigung (§185 StGB), Üble Nachrede (§186 StGB), Verleumdung (§187 StGB), Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes (§201 StGB), Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereich durch Bandaufnahmen (§201 a StGB), Straftaten gegen die persönliche Freiheit (§§232 ff. StGB), Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts (Art 1 Abs. 1 und Art 2 Abs1 GG), Recht am eigenen Namen (§12 BGB), Recht am eigenen Bild (§ 22 ff KUG) sowie wirtschaftlicher Ruf (§824 BGB) sind online genauso strafbar wie im realen Leben. Betroffene können sich mit Hilfe des Gesetzes wehren und den Vorfall zur Anzeige bringen. Ist der Täter nicht bekannt, hat die Polizei die Möglichkeit, anhand der IP-Adresse des Computers oder Handys, den Täter zu ermitteln. [12], [13]

Nun komme ich zu einem weiteren Schwerpunkt meiner Seminararbeit: Die Umfrage.

Umfrage Cybermobbing in Klassenstufe 6 am Gymnasium Neuenbürg

In zwei Klassen der Klassenstufe 6 im Gymnasium Neuenbürg konnte ich eine Umfrage zum Thema Cybermobbing durchführen. Zuerst habe ich beim stellvertretenden Schulleiter Herr Henne nachgefragt, ob ich eine Umfrage für meine Seminararbeit während des Unterrichts durchführen darf. Nach seiner Zusage hat er nach Vertretungsstunden geschaut, da ihm wichtig war, dass die Umfrage möglichst in diesen Stunden stattfanden. Danach habe ich die Vertretungslehrer Frau Sadowski und Herr Lotz per E-Mail kontaktiert und ebenfalls gefragt, ob die Möglichkeit besteht in ihren Vertretungsstunden die Umfrage durchzuführen.

Der Termin der Umfrage stand jetzt somit fest. Meine nächste Aufgabe war nun die Erstellung der Umfrage. Da ich die Ergebnisse überwiegend mit Kreis- und Säulendiagrammen darstellen wollte, habe ich nur geschlossene Fragen gestellt: Die Befragten konnten nur mit ja oder nein bzw. durch ankreuzen verschiedener Möglichkeiten antworten. Untenstehend findet ihr meinen Umfragebogen:

2

Am 06. Mai 2016 fand dann die Umfrage statt. Zu Beginn habe ich mich in den jeweiligen Klassen kurz vorgestellt und erklärt, dass ich nach Rücksprache mit ihren Lehrern und der Schulleitung eine anonyme Umfrage zum Thema Cybermobbing für meine Seminararbeit durchführen werde. Anschließend  habe ich gefragt, ob sie wissen was Cybermobbing ist. Nach kurzer Erklärung habe ich den Umfragebogen ausgeteilt. Beim Ausfüllen des Fragebogens kamen ein paar Rückfragen auf, die ich jedoch rasch beseitigen konnte. Nach Rückgabe des ausgefüllten Umfragebogens bekam jeder Teilnehmer eine Süßigkeit als kleines Dankeschön.

Zu Hause habe ich dann meine Umfrage ausgewertet, indem ich die  Umfrageergebnisse in eine Excel Tabelle eingegeben habe. So konnte ich den Großteil meiner Auswertung in Diagrammform in meine Arbeit einfügen.

 

Nachstehend die Auswertung meiner Cybermobbing-Umfrage

Bei der ersten Frage habe ich nach dem Geschlecht der Teilnehmer gefragt. Das Verhältnis war fast ausgeglichen. Es waren 53% männliche und 47% weibliche Umfrageteilnehmer. Das Alter habe ich nicht zusätzlich erfragt, da die Schüler in der 6. Klasse im Normalfall zwischen 11-12 Jahre alt sind.

 

Danach habe ich gefragt, ob sie schon einmal selbst im Internet gemobbt wurden. Aus der untenstehenden Grafik ist zu entnehmen, dass im Durchschnitt mehr Mädchen als Jungs gemobbt werden.

Aus dem Säulendiagramm ist abzulesen, dass ein männlicher und fünf weibliche Teilnehmer gemobbt wurden. Sechs gemobbte junge Menschen zu viel. Wahrscheinlich sind es sogar mehr Personen, da nicht jeder dieser Altersgruppe äußert gemobbt worden zu sein. Warum sind es mehr weibliche als männliche Teilnehmer? Es könnte eventuell daran liegen, dass Jungs weniger zugeben gemobbt zu werden als Mädchen. Sie verschweigen den Vorfall, da sie nicht als „schwache“ Person dastehen wollen. Hier möchte ich anbringen, dass keiner den Gemeinheiten von Internetmobbern schutzlos ausgeliefert ist. An alle Betroffenen: Bitte holt euch Hilfe bei Vertrauenspersonen, bei  Beratungsstellen oder klickt auf die Erste-Hilfe-App (siehe oben).4

 

Bei allen anderen Fragen meiner Umfrage habe ich nicht mehr nach Geschlecht unterschieden.

 

Eine weitere Frage lautete: „Kennst du jemanden im Freundes- oder Bekanntenkreis, der im Internet oder über Handy gemobbt wurde?“ 45% der Befragten antworteten auf meine Frage mit ja und 55% mit nein.

13,33 % der Teilnehmer haben bei der ersten Frage angekreuzt, dass sie schon einmal gemobbt wurden. Bei diesem Ergebnis teilen 45 % der Teilnehmer mit, dass sie jemanden kennen der bereits gemobbt wurde. Dieser Unterschied kommt wahrscheinlich daher, dass es einfacher ist zu sagen, dass man jemanden kennt als, dass man zugibt selbst Opfer zu sein.6

 

Dann fragte ich nach, auf welchen Plattformen das Cybermobbing stattgefunden hat. Das Ergebnis zeigt, dass die meisten Cyberattacken über WhatsApp erfolgen. Auch Polizeiobermeister Dirk Schäfer bestätigte dies, bei seinem Vortrag im PZ Forum. Hier möchte ich anbringen, dass WhatsApp erst genutzt werden darf, wenn man älter als 16 Jahre ist.10

 

Die nächste Grafik zeigt, wie im Internet gemobbt wird. Die Antwortmöglichkeiten waren hier Beschimpfung/Beleidigung, Verbreitung von Lügen, hänseln/lustig machen, Erpressung/Bedrohung, Ausgrenzung, mit Bildmaterial. Über 55 % der Teilnehmer haben hier Beschimpfungen / Beleidigungen und Verbreitung von Lügen angegeben. 12

 

Nun stellte ich die Frage, ob in ihrem Freundeskreis schon einmal jemand aus der Gruppe ausgeschlossen wurde. 56% der Befragten antworteten mit ja und 44% mit nein.

Diese Frage habe ich ausgewählt, um zu verdeutlichen, dass bereits Ausschließen einer Person aus der Gruppe Internet-Mobbing ist. Die Täter sind sich dessen oft nicht bewusst.  Bereits diese „Kleinigkeit“ kann beim Opfer zu psychischen oder körperlichen Schäden führen.14

 

Als ich die Teilnehmer befragte, bei wem sie sich Hilfe holen würden, antworteten sie wie folgt:16

Erschreckend ist, dass sich manche keine Hilfe holen würden. Auch hier möchte ich nochmal anbringen, dass sich Opfer Hilfe bei Vertrauenspersonen, bei Beratungsstellen oder über die Erste-Hilfe-App holen können und sollen. Kein Opfer braucht sich schämen, dass es gemobbt wird. Der Täter wird das Mobbing erst unterlassen, wenn er erkennt, dass sich das Opfer wehrt oder Unterstützung zulässt.

 

Des Weiteren beschäftigten sich die Umfrageteilnehmer mit der Frage, ob sie schon einmal über Cybermobbing informiert wurden. Hier antworteten 65% mit ja und 35% hingegen mit nein. Dieses Ergebnis zeigt, dass Präventionsarbeit in diesem Bereich stattgefunden hat, was sehr lobenswert ist.

 

Meine abschließende Frage lautete: Hättest du Interesse an einem Workshop zum Thema „Wie kann man Cybermobbing vorbeugen“? Dieses Ergebnis hat mich sehr überrascht, da nur 35% der Schüler/-innen mit ja und 65% mit nein geantwortet haben.

Hier kamen die meisten Rückfragen beim Ausfüllen des Umfragebogens. Die Schüler waren unsicher, ob sie bei einem Workshop zur Vorbeugung von Cybermobbing teilnehmen würden. Vielleicht ist es ihnen unangenehm über dieses Thema zu sprechen oder es liegt an der Einstellung vieler Jugendlicher: Mir ist alles egal, solange es mich nicht betrifft. Ein Workshop zur Vorbeugung von Cybermobbing könnte das Wissen der Schüler erweitern und so Cybermobbing entgegenwirken.

 

Stimmen und Erfahrungswerte zu Cybermobbing

….von einem Cybermobbing-Opfer

Mitte Mai 2016 durfte ich ein Gespräch mit einem Cybermobbing Opfer führen. Das Opfer willigte ein, dass ich eine anonyme Sprachnachricht aufnehmen und in meine Seminararbeit einstellen darf. Hört einfach rein und macht euch ein eigenes Bild. Außerdem möchte ich noch hinzufügen, dass wir länger über den Vorfall gesprochen haben. Es war für uns beide ein sehr emotionales Gespräch.

 

….über einen Cybermobbing-Täter

Gerne hätte ich noch ein Gespräch mit einem Täter geführt. Jedoch habe ich niemanden gefunden, der sich als Cybermobbing-Täter geoutet hat. Vielleicht versteht sich das ja von selbst, da sich niemand von seiner schlechten Seite zeigen möchte. Es wird ihnen auch unangenehm sein, wenn man so eine Tat zugeben muss.

 

….einer ehemaligen Rektorin

In unserem Bekanntenkreis haben wir eine ehemalige Rektorin einer Werkrealschule, die sich während ihrer Dienstzeit stark für Präventionsarbeit zum Thema Cybermobbing eingesetzt hat. Deshalb bin ich auf sie zugegangen und habe gefragt, ob ich mit ihr ein Interview für meine Seminararbeit führen darf. Sie sagte mir sofort zu, was mich sehr gefreut hat. Natürlich habe ich mich auf das Gespräch vorbereitet und einige Fragen notiert. Wir haben uns dann Anfang Juni 2016 getroffen. Ich habe ihr nochmal kurz von unserem Seminarkurs „Digitale Kompetenz“ berichtet und sie fand es lobenswert, dass unterschiedliche Beiträge dieses Themengebietes von unserem Seminarkurs ausgearbeitet werden. Nachstehend habe ich Ausschnitte von meinem Gespräch in Dialogform zusammengefasst. Die Erfahrungswerte der Rektorin bestätigen meine Internetrecherchen zum Thema Cybermobbing und meine Umfrageergebnisse.

Ich: Wie lange waren Sie als Rektorin tätig?

Rektorin: Ich war über 20 Jahre als Konrektorin und Rektorin tätig.

Ich: Früher fand Mobbing auf dem Schulgelände statt und heute wird Mobbing ins Internet verlagert. Stimmt das?

Rektorin: Ja, da hast du Recht. Durch den technischen Fortschritt gab es in den letzten Jahren diese drastische Veränderung in diesem Bereich. Leider senkt das Internet die Hemmschwelle beim Mobben. Es kommt schneller zu beleidigenden Äußerungen. Ich konnte außerdem feststellen, dass das Unrechtsbewusstsein oft nicht vorhanden ist. Mobber sind sich nicht bewusst, dass sie dem anderen Schaden zufügen. Aus anfänglichem Spaß oder einer unüberlegten Äußerung zum Aussehen oder zur Kleidung entsteht Internetmobbing. Einer schreibt was Beleidigendes in die WhatsApp-Gruppe die anderen machen mit und schnell wird eine Person ausgegrenzt und verletzt.

Ich: Wer wird im Internet gemobbt? Jungen oder Mädchen? Wie alt sind die Opfer durchschnittlich?

Rektorin: Ganz klar, bei uns an der Schule waren es mehr Mädchen. Vielleicht liegt diese Tendenz aber auch daran, dass sich die Jungs evtl. nicht als Opfer outen wollen. Und das Alter der Mobber und Gemobbten sinkt stetig. Daher ist es sehr wichtig, früh mit der Prävention und der Förderung der Medienkompetenz zu beginnen. Die Schulleitung arbeitet sehr eng mit der Polizei zusammen, da sie ein spezielles Präventionsprogramm zu Cybermobbing entwickelten. Auch von Elternseite erhielten wir zu den Präventionsveranstaltungen positive Rückmeldungen. Heute findet Prävention durch die Polizei schon in der Grundschule statt. Vor ein zwei Jahren wurden diese Vorträge hauptsächlich in den Klassenstufen 6 aufwärts gehalten. Man muss sagen, dass Prävention für Schulen freiwillig ist. Nicht jede Schule nimmt diese Angebote wahr und leider werden manchmal erst Vorträge veranstaltet, wenn es bereits Cybermobbing-Vorfälle gegeben hat.

Ich: Stimmt es, dass Internet-Mobbing außerhalb der Schule beginnt und oft in der Schule ausgetragen wird?

Rektorin: Ja, das ist richtig. Folgendes Beispiel, das auch gerne bei Präventionsveranstaltungen vorgetragen wird, verdeutlicht dies sehr schön: Beim Sportverein wurden in der Umkleide Bilder aufgenommen. Das Verbreiten des Bildmaterials findet während der Schulzeit in der WhatsApp-Klassengruppe statt.

Ich: Werden Lehrer speziell zum Thema Cybermobbing geschult?

Rektorin: Spezielle Schulungen gibt es leider nicht. Meistens sind die Klassenlehrer bei den Präventionsveranstaltungen für Schüler und Eltern anwesend. Am besten wäre es natürlich, wenn alle Lehrer bei diesen Veranstaltungen beiwohnen, das ist aber nicht so.

Ich: Wie geht die Schule vor, wenn ein Cybermobbing Vorfall bekannt wird?

Rektorin: Es ist schwer Cybermobbing rechtzeitig zu erkennen. Oft bekommen Lehrer und Eltern erst spät vom Mobbing etwas mit. Aber um die Situation nicht eskalieren zu lassen, ist ein rasches Einschreiten für alle Beteiligten (für Opfer und Täter) wichtig. Die Polizei rät den Schulen, zuerst mit den Beteiligten zu reden und zwar mit Opfer und Täter getrennt. Ist eine Straftat erkennbar, sollte man die Polizei einbeziehen. Außerdem sollte man das Opfer stärken und klare Signale an die Klasse übermitteln. Natürlich werden die Eltern einbezogen und machen allen den Ernst der Lage deutlich. Wichtig ist, dass man das Cybermobbing nicht totschweigt. Die Schule soll ein klares Signal setzen, dass Gewalt jeder Art nicht geduldet wird. Ebenso sollte eine Entschuldigung des Täters erfolgen. Klare Regeln zum Umgang mit Internet und Handy sollten den Schüler übermittelt werden.

Die Lehrer müssen natürlich auch gewisse Dinge einhalten und beachten. Nur mit Einverständnis der Eltern dürften Lehrer Handys der Schüler einsehen. Nur die Polizei darf den Inhalt des Handys durchsuchen, auch gegen den Willen des Inhabers. Außerdem wird empfohlen, einen Schulsozialarbeiter auf lange Sicht ins Schulleben zu integrieren.

 

Schlusswort

Abschließend möchte ich festhalten, dass ich sehr froh bin, dass ich mich aufgrund der Seminararbeit mit dem Thema Cybermobbing eingehend beschäftigen konnte. Bereits bei meinen allgemeinen Recherchen im Internet zum Thema habe ich bemerkt, dass man möglichst viele Internetnutzer für dieses brisante Thema sensibilisieren sollte. Cybermobbing ist nicht nur ein Problem der Jugendlichen, auch Erwachsene und Firmen kämpfen mit diesen Attacken.

Cybermobbing ist keine Eintagsfliege, es nimmt einen immer größeren Umfang an. Nur wir alle gemeinsam können die Gefahr Cybermobbing abwehren. Nicht wegschauen, sondern aktiv gegen diese Form der Gewalt vorgehen.

Auch der nachstehende aktuelle Bericht mit dem Titel: „Experten: „Cybermobbing droht zur Zeitbombe zu werden“, der am 31.05.2016 bei web.de veröffentlich wurde, zeigt die Notwendigkeit gegen Cybermobbing vorzugehen. Cybermobbing ist zu einem ernst zu nehmenden Thema in unserer Gesellschaft geworden.

Klickt auf das Bild und ihr seid auf dem Originalartikel.20

[17]

Meinen Beitrag möchte ich mit dem nachfolgenden Zitat von Moritz Becker von Smiley EV, das ich in dem Bericht „Virtuelle Belästigung mit realen Folgen“ von Manuela Lundgren im Deutschlandfunk gelesen habe, beenden.

22[15]

 

Quellenangaben:

[1] 04.05.2016 http://www.cybermobbing-hilfe.de/

[2] 05.2016 http://www.medien-sicher.de/wp-content/uploads/2013/05/studie_cybermobbing_B%C3%BCndniss-gegen-CM.png

[3] 14.05.2016 http://www.cybermobbing-hilfe.de/#wer-sind-die-opfer

[4] 14.05.2016 http://www.cybermobbing-hilfe.de/#das-taeter-profil

[5] 14.05.2016 http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Mobbingtypen.shtml

[6] 15.05.2016 http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gefahren-im-internet/cybermobbing.html

[7] 15.05.2016 http://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/cyber-mobbing-was-ist-das/

[8] 22.05.2016 http://www.gewalt-gegen-kinder.de/cybermobbing/was-kann-man-tun.html

[9] 15.05.2016 http://www.gesamtschule-soest.de/pdf/mobbing.pdf

[10] 16.05.2016 http://www.schau-hin.info/extrathemen/cybermobbing.html

[11] 16.05.2016 https://www.hanisauland.de/spezial/mobbing/mobbing-kapitel-3.html/mobbing-kapitel-1015.html

[12] 16.05.2016 http://www.klicksafe.de/service/materialien/broschueren-ratgeber/ratgeber-cyber-mobbing/

[13] 24.05.2016 http://www.cybermobbing-hilfe.de/#rechtslage-in-deutschland

[14] 26.05.2016 – http://www.schau-hin.info/news/artikel/cybermobbing-ratgeber-und-app-helfen.html

[15] 26.05.2016: http://www.deutschlandfunk.de/virtuelle-belaestigung-mit-realen-folgen.724.de.html?dram:article_id=99999

[16] 16.05.2016 http://cdn2.spiegel.de/images/image-496695-galleryV9-kqeg-496695.jpg

[17] 01.06.2016 http://web.de/magazine/panorama/experten-cybermobbing-droht-zeitbombe-31591064

[18] 10.06.2016 https://pixabay.com/de/cyber-mobbing-schl%C3%A4ger-ger%C3%BCcht-122156/

[19] 10.06.2016 https://pixabay.com/de/mobbing-h%C3%A4nde-gesicht-einrollen-679274/

[20] 10.06.2016 https://pixabay.com/de/spuren-fingerabdr%C3%BCcke-tatort-t%C3%A4ter-457431/

[21] 11.06.2016 http://www.pz-news.de/pforzheim_artikel,-Social-Media-Experten-im-PZ-Forum-Smartphones-erklaeren-statt-verbieten-_arid,1057542.html

[22] 11.06.2016 http://www.smep-gymnasium-neuenbuerg.de/polizei-zu-besuch/

[23] 11.06.2016 https://play.google.com/store/apps/details?id=de.teamdna.cybermobbing

[24] 11.06.2016 https://www.service-bw.de/organisationseinheit/-/sbw-oe/Polizeirevier+Neuenbuerg+Polizeipraesidium+Karlsruhe-6004827-organisationseinheit-0

[25] 11.06.2016 http://www.lilith-beratungsstelle.de/index.php/unser-angebot/fuer-jugendliche/info-cybermobbing

 

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